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Märchen zum Tier des Jahres

Das Hermelin wurde von Pro Natura zum Tier des Jahres 2018 gewählt. Das Hermelin wird auch Grosses Wiesel genannt. Hier können sie die Fabel von der Fledermaus und dem Wiesel lesen.

Die Fledermaus und das Wiesel

Eine Fledermaus fiel in das Gras. Sofort stürzte ein Wiesel auf sie zu und wollte sie verspeisen.

«Ach!», piepste die Fledermaus in Todesangst. «Was willst du? Was tust du? O lasse mich am Leben!»

«Ich kann nicht, ich hasse dich, weil ich alle Vögel hasse», fauchte das Wiesel.

Die Fledermaus besann sich einen Augenblick.

Die Fledermaus und das Wiesel

Eine Fledermaus fiel in das Gras. Sofort stürzte ein Wiesel auf sie zu und wollte sie verspeisen.

«Ach!», piepste die Fledermaus in Todesangst. «Was willst du? Was tust du? O lasse mich am Leben!»

«Ich kann nicht, ich hasse dich, weil ich alle Vögel hasse», fauchte das Wiesel.

Die Fledermaus besann sich einen Augenblick.

«Ich bin doch kein Vogel; ich kann die Vögel nicht leiden; ich bin doch eine Maus!», beteuerte sie.

Da schenkte ihr das Wiesel das Leben.

Kurze Zeit nachher hatte die Fledermaus dasselbe Unglück. Wieder war ein Wiesel daran, ihr den Hals durchzubeissen.

«Du sollst augenblicklich gefressen werden», sagte es, «ich hasse alle Mäuse und dich auch!»

«Aber ich bin doch keine Maus, ich kann die Mäuse nicht leiden! Ich bin doch ein Vogel!», beteuerte die Fledermaus.

«Was du nicht sagst – entschuldige!», antwortete das Wiesel.

Und die Fledermaus kam wirklich wieder mit dem Leben davon.

Fabel des Äsop

 

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Märchen zur kalten Jahreszeit

Es war einmal ein Mann, der schlug tief im Wald Holz. Zu ihm kam ein Waldmännlein und sprach ihn freundlich an. Es war sehr kalt, denn es war mitten im Winter. Den Mann, der Holz hackte, fror es sehr an den Händen. Oft legte er die Axt beiseite und hauchte in die hohlen Hände, um sie dadurch zu erwärmen.

 

Märchen zur kalten Jahreszeit

Es war einmal ein Mann, der schlug tief im Wald Holz. Zu ihm kam ein Waldmännlein und sprach ihn freundlich an. Es war sehr kalt, denn es war mitten im Winter. Den Mann, der Holz hackte, fror es sehr an den Händen. Oft legte er die Axt beiseite und hauchte in die hohlen Hände, um sie dadurch zu erwärmen.

Das Waldmännlein sah dies und fragte ihn, was das zu bedeuten habe. Der Holzschläger erklärte ihm, dass er durch den Hauch seines Mundes seine erfrorenen Hände erwärmen wolle; das Männlein glaubte es und war mit der Antwort zufrieden.

Da kam endlich die Mittagszeit. Der Holzfäller schickte sich an, am Feuer sein Mittagsmahl zu bereiten, und kochte sich einen fetten Schmarren. Noch immer war das Waldmännlein bei ihm und sah ihm neugierig zu. Der Holzfäller aber hatte grossen Hunger und wollte nicht warten, bis die Speise abgekühlt war, und da sie aber noch recht heiss war, blies er mit dem Mund auf jeden vollen Löffel.

Das Waldmännlein wunderte sich und sagte: «Ist der Schmarren vom Feuer her nicht warm genug, dass du noch daran bläst wie an deine erfrorenen Hände?»

Der Holzschläger aber erklärte ihm, dass er dies tue, um den heissen Bissen abzukühlen.

Das konnte das Waldmännlein aber nicht mehr fassen. Es sprach zum Holzschläger: «Du bist ein ganz unheimliches Wesen. Aus deinem Mund kommt bald warm, bald kalt, bei dir mag ich nicht länger verweilen.»

Und augenblicklich ging das Waldmännlein davon.

Märchen aus Österreich

Aus: Wintermärchen, Mutabor Verlag 2011, herausgegeben von der Mutabor Märchenstiftung,  Titel: Warm und kalt aus einem Mund

 

 

 

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