Schweizer Märchenpreis

Der Schweizer Märchenpreis wird von der Mutabor Märchenstiftung als gesamtschweizerisch abgestützte Anerkennung für besondere, hervorragende oder innovative Projekte und Initiativen im Bereich Märchen- und Erzählkultur an Gruppen, Organisationen oder Einzelpersonen vergeben. Diese Leistungen können im Künstlerischen, Organisatorischen, Publizistischen, Pädagogischen oder im Forschungsbereich angesiedelt sein. Das Hauptkriterium der Mutabor Märchenstiftung liegt auf der positiven Wirkung, welche das ausgewählte Projekt für die Erhaltung und Verbreitung der Volksmärchen und der Kunst des freien Erzählens erbringt.

• Schweizer Märchenpreis 2017
Schweizer Märchenpreis 2016
Schweizer Märchenpreis 2015
Schweizer Märchenpreis 2014

 

 

 

 

 

 

Schweizer Märchenpreis 2017

Vergabe an Dr. phil. Ursula Brunold-Bigler 
17 an die Kulturwissenschaftlerin und Historikerin Dr. phil. Ursula Brunold-Bigler für ihre intensive Forschungstätigkeit zur Schweizer Märchen- und Erzählkultur verliehen. Sie spricht mit der Verleihung des diesjährigen Preises ihre Anerkennung für den Einsatz von Ursula Brunold-Bigler im wissenschaftlichen Bereich aus, indem sie nicht nur dazu beiträgt, überlieferte Märchen- und Sagentexte in ihren historisch korrekten Zusammenhang zu stellen, sondern auch den fälschlicherweise als Kinderunterhaltung belächelten Märchen die ihnen gebührende Bedeutung als identitätsstiftendes Kulturerbe zurückgibt. 

Die zahlreichen Gäste genossen das vielfältige Programm mit Buchvernissage, Märchen, Musik und der Eröffnung zweier Ausstellungen in der Kantonsbibliothek Chur.  Ein wunderbarer Rahmen für die Würdigung der Preisträgerin!

Rückblick Verleihung des Schweizer Märchenpreises
Samstag, 23. September 2017, 11 Uhr 
Kantonsbibliothek Graubünden in Chur 

Programm: 

  • Verleihung Schweizer Märchenpreis an Dr. phil. Ursula Brunold-Bigler durch Hasib Jaenike, Präsident der Mutabor Märchenstiftung 
  • Märchen, erzählt von Doris Portner, Musik von Vera Schocher
  • Laudatio, gehalten von Dr. phil. Georg Jäger
  • Vorstellung des Buches "Kleine Kulturgeschichte der Bündner Märchen" von Ursula Brunold-Bigler
  • Eröffnung der Ausstellungen "Bündner Märchen im internationalen Kontext" (Ursula Brunold-Bigler) und "Ungeheure Alpensagen" (Silvia Conzett). 

Impressionen von der Übergabe des Märchenpreises finden Sie in der Galerie

 

Preisträgerin 2017: Dr. phil. Ursula Brunold-Bigler

Interview mit Ursula Brunold-Bigler ist am 1. Juni 2017 in der Zeitschrift Märchenforum erschienen.

Bericht zur Preisverleihung, Bündner Tagblatt

 

 

Schweizer Märchenpreis 2016

Vergabe an die Kulturvermittlerin und Erzählerin Sophia Berger
Am 20. September 2016 vergab die Mutabor Märchenstiftung den Schweizer Märchenpreis 2016 an die Erzählerin Sophia Berger aus Bern. Sie ehrt damit deren unermüdlichen und freiwilligen Einsatz für die Integration von Flüchtlingen mit Hilfe von Märchen. Die Verleihung fand im Rahmen des Anlasses „Märchen der verschiedenen Kulturen“ im «Le Cap» in Bern statt. Erzählt wurden Geschichten aus den Herkunftsländern von Flüchtlingen und zwar auf Schweizerdeutsch und in der jeweiligen Landessprache. Die Flüchtlinge meisterten ihre Aufgabe im vollen Saal mit Bravour. Zum Kulturaustausch trugen auch die kulinarischen Spezialitäten aus Tibet, Eritrea und Persien bei. Die Volksmärchen nehmen in der helfenden und völkerverbindenden Arbeit von Sophia Berger eine zentrale Rolle ein. Einerseits nutzt sie die Märchen bei den von ihr begleiteten Asylsuchenden für das Erlernen der Sprache andererseits nutzt sie die Märchen, als Medium welches alle verstehen, um den Austausch zwischen den Kulturen zu fördern. So organisiert sie mit den Flüchtlingen Märchenabende, bei denen aus verschiedenen Kulturen und in mehreren Sprachen erzählt wird.

Die Mutabor Märchenstiftung spricht mit der Verleihung des diesjährigen Preises ihre Anerkennung, für den Einsatz im zwischenmenschlichen Bereich aus, in dem Märchen als Vermittler und Helfer eingesetzt werden. Angesichts der aktuellen Weltlage, ist der Einsatz von Sophia Berger aktueller denn je. Ziel der Verleihung des diesjährigen Märchenpreises ist auch die Anregung zum Einsatz von Märchen in der Flüchtlingsarbeit, damit die vielen Menschen, die auf der Flucht sind, mit Hilfe der Märchen ihre Heimat in ihrem Herzen bewahren können. Sophia Berger ist 1938 in Bern geboren und in einer musisch-erzählenden Familie gross geworden. Als Pädagogin arbeitete sie über viele Jahre mit Menschen mit einer geistigen Behinderung. Nach der Ausbildung zur Märchenerzählerin vor zwanzig Jahren, reiste sie nach Palästina und kam dort in Kontakt mit Prof. Sharif Kanaana und dessen Buch mit palästinensischen Volksmärchen ("Speak bird, speak again"), das in Palästina zeitwiese auf der Liste der verbotenen Bücher stand. Sie organisierte erste Anlässe mit palästinensischen Märchen, die zweisprachig erzählt wurden und lud Prof. Kanaana dazu ein. Dies war der Beginn von kulturübergreifenden Erzählanlässen. Mit dem Deutschunterricht für Flüchtlinge kamen Märchenanlässe mit Flüchtlingen aus Tibet und Eritrea dazu. Informationen zu den Aktivitäten von Sophia Berger finden Sie auf: www.speakbird.ch


Übergabe des Märchenpreises 2016

Das Interview mit Sophia Berger auf SRF1 können Sie –> hier hören. 

Interview in der Zeitschrift Märchenforum Nr. 70 

 

Schweizer Märchenpreis 2015

Vergabe an die Redaktion der Zeitschrift Transhelvetica 
Am 11. Juni konnte die Mutabor Märchenstiftung der Redaktion des Reisemagazins Transhelvetica den Schweizer Märchenpreis übergeben. Das Reisemagazin Transhelvetica ist einmalig, nicht nur in der Aufmachung und der Art der Beiträge, sondern vor allem weil sich alles um ein Land dreht: Um die Schweiz. Und da gibt es viel zu entdecken. Seit längerer Zeit haben die Märchen aus dem Schweizer Märchenschatz ihren festen Platz im Magazin Transhelvetica. So konnten manche versunkene Märchenschätze gehoben werden und Menschen, die kaum mehr wissen, dass es Schweizer Märchen gibt, eine uralte Literaturgattung nahe gebracht werden. Als Reisemagazin sind die Beiträge verbunden mit Orten, die es zu erkunden gilt, Spezialitäten, die zum Ausprobieren reizen oder mit historisch interessanten Hintergründen. Märchen sind nicht unbedingt zeitschriftenkonform, die Märchen aus dem Schweizer Märchenschatz erst recht nicht, darum verdient die Redaktion des Transhelvetica ein besonderes Lob. 

Die Übergabe fand anlässlich der Ausgabe «Bär» im Bärengraben in Bern statt. Bei schönstem Wetter konnten sich die Besucher fühlen, wie anno dazumal, als die Bären noch im Graben wohnten und dazu Andreas Vettiger lauschen, der das Schweizer Märchen «Der Bärensohn» erzählte. Die Schatzkiste mit dem Preisgeld und einem Schweizer Märchenbuch wird die Herausgeber des Tranhelvetica sicher anspornen sich weiter für die Belebung der Schweizer Märchen einzusetzen.
Beiträge, die in Zusammenarbeit mit Transhelvetica entstanden sind, finden Sie hier.

Übergabe des Märchenpreises 2015

 

Schweizer Märchenpreis 2014

Vergabe an die Compagnie Nicole&Martin
Am 24. August 2014 wurde der erste Schweizer Märchenpreis in feierlichem Rahmen an die Compagnie Nicole&Martinvergeben. Nach der überzeugenden Vorstellung des Grimmschen Märchens Hänsel und Gretel, ernteten die beiden Künstler tosenden Applaus. Andreas Vettiger konnte als Vertreter des Stiftungsrates der Mutabor Märchenstiftung die Schatzkiste mit dem Preisgeld übergeben, zusammen mit der versiegelten Rolle, in der die Anerkennung für den Beitrag zum Erhalt der Märchenkultur auch schriftlich festgehalten wurde. Die Übergabe fand während dem Gastspiel der Compagnie Nicole&Martin in Steffisburg BE statt.
Die Entscheidung für den Schweizer Märchenpreis 2014 fiel leicht: Die Compagnie Nicole&Martin vermochte die Märchenfreunde im vergangenen Jahr auf dem Jubiläumsanlass der Mutabor Märchenstiftung restlos zu begeistern. Nicht nur ihre Märchentreue und ihr artistisches Können, sondern auch ihre sensible Interpretation von Märchen der Brüder Grimm überzeugen auch kritische Beobachter. Das Künstlerpaar ist jedes Jahr auf Tournée. Mit dabei in ihrem weissen Zelt und Zirkuswagen sind die beiden Kinder und das ganze Team. Über 2000 Aufführungen an mehr als 400 Orten und neun verschiedenen Ländern – das sind grosse Zahlen, bei denen die meisten an eine ganze Menge von Märchen denken werden, die hier aufgeführt werden. Aber nein, vier Märchen, alle aus den «Kinder- und Hausmärchen» der Brüder Grimm werden gespielt, und dies mit einer grossen inneren Kraft. «Mehr als Theater» ist ihr Motto, und tatsächlich wird in alter Tradition erzählt, musiziert, aber eben auch gespielt und versinnbildlicht, sodass die den Symbolen innewohnenden Werte auch zum Tragen kommen. Dabei wirken die Märchen auf eine besondere Art modern oder vielleicht zeitlos?

Mit der Vergabe des Schweizer Märchenpreises möchte die Mutabor Märchenstiftung der Compagnie Nicole&Martin auch die Wertschätzung für ihren Erhalt der Märchenkultur entgegenbringen. Die Schatzkiste mit dem Preisgeld wurde nun an die beiden Künstler übergeben, zusammen mit einem Gutschein für ein Wochenende in der Märchen-Lesebibliothek in Courtelary – so werden ihnen die Märchenideen bestimmt nie ausgehen. 

Tipp: Interview mit Nicole und Martin in der Zeitschrift Märchenforum Nr. 45, Bericht in Nr. 56.


Foto: bilder-spektrum.ch

 

 

 

 

 

Fotos: Mutabor Märchenstiftung, M.Käser

 

 

Eindrücke von der Übergabe des Schweizer Märchenpreises 2017 an Ursula Brunold-Bigler in der Kantonsbibliothek Chur. Fotos: Dominik Frey