Newsletter abonnieren


Abschied von Sigrid Früh

Die Erzählerin und Märchenforscherin Sigrid Früh ist am 2. Dezember 2016 verstorben. Mit ihrer lebendigen Art Märchen zu erzählen und ihren zahlreichen Märchenbüchern, wird sie den Märchenfreunden stets in guter Erinnerung bleiben.

Abschied von Sigrid Früh

Die Erzählerin und Märchenforscherin Sigrid Früh ist am 2. Dezember 2016 verstorben. Mit ihrer lebendigen Art Märchen zu erzählen und ihren zahlreichen Märchenbüchern, wird sie den Märchenfreunden stets in guter Erinnerung bleiben.

Sigrid Früh wurde 1935 geboren. Sie studierte Germanistik, Landesgeschichte und Volkskunde u. a. bei Prof. Max Lüthi. Für ihre Märchenarbeit wurde sie mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet. Sie gab ihr Wissen in Seminaren und Büchern weiter und gehörte zu den bekanntesten Märchenforscherinnen Deutschlands.

"Die Märchen sind etwas Geschautes – nicht Gedachtes – das eine überdauernde Bedeutung, gewissermassen eine ewige Gültigkeit für die Menschen hat."

Zitat aus einem Interview mit Sigrid Früh in der Zeitschrift Märchenforum (Ausgabe Nr. 53) 

 

Weiterlesen...


Märchen zum Thema Winter

Noch lässt der Schnee auf sich warten. Doch die alten Volksmärchen erzählen, wie Frau Holle den ersten Schnee bringt. Lesen Sie die Sage "Frau Holle schüttelt die Betten aus":

Im Waldecker Land erhebt sich eine Wegstunde südlich von Korbach, über den Abraumhügeln alter Bergwerke, jene Felsenkuppe, welche im Volksmund «Auf der Frau Holle» geheissen ist.

Frau Holle schüttelt die Betten aus

Im Waldecker Land erhebt sich eine Wegstunde südlich von Korbach, über den Abraumhügeln alter Bergwerke, jene Felsenkuppe, welche im Volksmund «Auf der Frau Holle» geheissen ist. Dort sieht man unter den Klippen noch die Grundsteine von ihrem Haus, wo sie vor Zeiten gewohnt haben soll. Wenige Meilen südlich davon, über dem winzigen Städtchen Sachsenberg, ragt der Knöchelberg zu den blauen Kuppen des Uplandes auf. Eine alte Landstrasse zerschneidet ihn in den höheren Jungenknöchel und den geringeren Mädchenknöchel. Nun hatte aber Frau Holle ihr Taubenhaus auf dem höchsten Bühl jenes Berges. Das hatte Luken nach allen Launen des Windes. Dort züchtete sie die allerliebsten Täubchen zu ihrer Lust. Wenn der Herbstwind die Blätter von den Bäumen riss und die Täubchen in die Mauser kamen, dann sammelte Frau Holle die abgeplusterten Federn und stopfte die lichten Daunen in ihre Bett- und Ruhekissen. Die alten Federn vom Vorjahr schüttete sie zuvor über die ganze Landschaft aus. Die wirbelten dann lustig dahin, verfingen sich an den Berglehnen, schichteten sich locker und weich über die Wälder, breiteten sich auf die Felder und bedeckten schliesslich das ganze Land mit einer weissen Decke. Dann klatschten die Kinder im Menschenland in die Hände und riefen: «Ei, Schnee, Frau Holle schüttelt die Betten aus, nun soll wohl bald Weihnachten sein?»

Sage aus Waldeck

Aus: Djamila Jaenike, Cristina Roters (Ill.),  Wintermärchen, Mutabor Verlag, herausgegeben von der Mutabor Märchenstiftung

Weiterlesen...

Aktuelles

 Mehr als 365 Erzählveranstaltungen pro Jahr im Märchen-Erzählkalender

 


Entdecken Sie den Schweizer Märchenschatz


Die Winterausgabe der Zeitschrift Märchenforum ist da.