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Fuchs und Tiger
Einmal geriet der Fuchs, als er auf Nahrungssuche ging, in dichtes Unterholz. Plötzlich stürzte daraus ein grimmiger, fauchender Tiger.
Der Fuchs erschrak und nahm Reißaus. Der Tiger aber jagte hinter ihm her. Immer näher kam der Tiger, als eine tiefe Schlucht ihm den Weg versperrte. Außer Atem flüchtete der Fuchs auf einen Felsblock und fing bitterlich an zu weinen.
Der Tiger blieb stehen und fragte verwundert: "Warum weinst du denn, Rotkopf?"
"Ach, bei Eurem Anblick mußte ich an Euren Vater denken!
Wie schön und wie stark war er, wenn er brüllte fielen die Blätter von den Bäumen und alle Tiere warfen sich ihm zu Füßen. Oh, wie war er doch geschickt- die breitesten Schluchten konnte er elegant überspringen. Es ist ein Jammer, nie wieder wird es mir vergönnt sein, solch eine Geschicklichkeit zu bewundern! Der Tiger, als er das hörte, richtete sich auf brüllte, und schaute den Fuchs überheblich an. Dann nahm er einen Anlauf und setzte über die Schlucht. Der Sprung war aber zu kurz, so stürzte er in die Tiefe und blieb unten zerschmettert liegen. Der Fuchs sah ihm nach "Wusste ich´s doch, dass Ihr Eurem Vater nicht das Wasser reichen könnt!" und er ging seiner Wege.
Tadschikisches Volksmärchen, ausgewählt und neu erzählt von Dirk Nowakowski
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