Märchenstiftung - Märchen - Märchen- und Sagenweg Ballenberg

"Ganz Ohr" - Märchen- und Sagenwelt Ballenberg

Unter dem Motto "Ganz Ohr" kann man im Freilichtmuseum Ballenberg täglich in die regionale Sagen- und Märchenwelt eintauchen. Was hat es mit den drei goldenen Schlüsseln auf sich, wer wohnt im Marmilchloch, und warum hatte die Nidelgret immer mehr Rahm als alle anderen, obwohl sie nur eine Kuh besass? Die Antworten auf diese Fragen können im Freilichtmuseum Ballenberg erlauscht werden. Acht spannende Märchen und Sagen aus verschiedenen Regionen der Schweiz, jeweils in der entsprechenden Mundart erzählt, wollen auf dem Ballenberg entdeckt werden. Die QR-Codes, die zu den Geschichten führen, befinden sich jeweils in einem historischen Gebäude ihrer Herkunftsregion. Wo könnte sich das silberne Märchenbuch verstecken? Am Küchentisch, in der Stube oder vielleicht auf dem Nachttisch im Schlafzimmer? Wer findet es zuerst? Nicht zuletzt ist es auch die Faszination der Dialekte, ob Urner-, Sensler-, Wallisermundart oder italienisch, französisch und romanisch - die Vielfalt ist immer wieder überraschend.

Weitere Sagen aus dem Schweizer Märchenschatz finden Sie  hier.

 

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Die weissen Vögel vom Arpsee

Märchen aus dem Oberwallis
Ein armer Geissbub trieb alle Tage seine Ziegenherde zu dem Arpsee hinauf. Als er einst zur Mittagszeit sein schwarzes Ledertäschchen öffnete, um Mahlzeit zu halten, flogen drei weisse Vögel heran und liessen sich auf dem See nieder. Solch grosse Vögel hatte er noch nie gesehen. Ihr Federkleid war schneeweiss, der Hals lang und dünn und der Schnabel gelb. Sie schwammen eilig gegen ihn heran und schienen vor ihm keine Furcht zu hegen. Die Vögel gefielen dem Geissbuben sehr, und er ergriff Steine, um den einen oder andern tot zu werfen; er traf aber nicht. Die Vögel liessen sich durch sein böses Vorhaben nicht erschrecken und rückten dem Ufer immer näher. Da trat er ans Wasser heran, ergriff den Vogel, der ihm zunächst war, am Halse und zerrte ihn ans Land. Aber im Nu liess er ihn wieder fahren und fuhr zusammen wie noch nie in seinem Leben, denn der Vogel fing an zu reden: "Ach, was willst du mich so grob behandeln, ich bin nur der geringste der drei Vögel, und wir sind gar keine Vögel, sondern verwunschene Jungfrauen. Der schöne Schwan mit dem goldenen Schnabel ist eine Prinzessin vom Land der Radamanten. Wir zwei andern sind Kammerzofen, und wir sind alle drei von einem Hexenmeister verwandelt worden, weil die Prinzessin nicht heiraten wollte. Jetzt müssen wir so lange Vögel bleiben, bis wir drei Sachen erhalten. Drei Pflanzen müssen es sein, und wenn du uns diese verschaffen kannst, so werden wir wiederkommen und dann bald erlöst werden!" 
"Nennt mir die drei Pflanzen", sagte der Bub.
"Natterkraut, Baldrian und Nachtschatten müssen es sein." Der Geisshirt sagte, er kenne die Kräuter nicht, aber seine Mutter sei Kräutersammlerin und werde sie schon kennen. "So geh und komm bald wieder", sagte der Schwan und schwamm zu den Gefährten zurück, dann flogen sie alle drei zusammen auf und verschwanden hinter dem Berge. Der Bub trieb die Herde bald darauf nach Hause und erzählte seiner Mutter, was ihm heute begegnet sei. Drei schöne weisse Vögel seien auf dem Arpsee herumgeschwommen, er habe den einen erwischt, und der habe ihn angesprochen und die drei Kräutlein von ihm verlangt zur Erlösung. Die Mutter sagte: "Wenn nur das fehlt, so ist bald geholfen; ich kenne die Kräuter wohl, sie wachsen hier in der Nähe." Sie sammelte sie noch im Verlauf des Abends und legte sie zu der Speise ins schwarze Täschlein. Am nächsten Morgen zog der Bub mit den Ziegen wieder hinauf zum See. Als er aufblickte, flogen die Vögel schon daher, liessen sich auf dem blauen kühlen Wasser nieder und schwammen eilig auf ihn zu. Der Bub zog die drei Kräutlein heraus. Die Schwäne ruderten mit aller Kraft zu ihm hin, und er steckte jedem eines der Kräutlein in den Schnabel. Der eine fing wieder an zu reden und sagte: "Wir danken dir sehr, lieber Bub, für den grossen Dienst, den du uns erwiesen hast; wir fliegen jetzt wieder zurück ins Land der Radamanten, wo man uns mit Hilfe der drei Kräutlein erlösen wird; der Zauberer aber muss sterben. Wenn du willst, so nehmen wir dich mit. Du brauchst nur zwei von uns an den Flügeln zu ergreifen, dann geht es durch die Lüfte, und bevor die Sonne sinkt, sind wir zu Hause!" Der Geissbub sagte: "Ich danke schön, ich bleibe lieber Geissbub im Walliserland, als dass ich mit euch zu den Radamanten fliege!" Da flogen die Vögel auf und verschwanden.

Quelle: Johannes Jegerlehner: Walliser Sagen, Hans Feuz Verlag Bern, 1959

Die weissen Vögel vom Arpsee, erzählt in Walliser Mundart von der Erzählerin Luciana Brusa: 

Interessant zu wissen:
Den Arpsee sucht man im Wallis vergebens, das haben bereits die Märchenforscher festgestellt, als die Geschichte zum ersten Mal veröffentlicht wurde. Vielleicht beruht der Fehler aber auf fehlendem Sprachverständnis, denn im Oberwallis gibt es den Arbsee.
Er liegt auf der Alp Fesel auf rund 2300 Metern. Die drei genannten Wildkräuter gehören zu den klassischen Frauenpflanzen und sind im Wallis verbreitet.

 

 

 

 


Die drei goldenen Schlüssel (Les treis clavs d'aur)

Märchen aus Graubünden
Drei arme Brüder gingen in die Welt hinaus, um zu verdienen. Vor den Toren der Stadt trennten sie sich. Der Älteste gelangte in ein Gebirge. Dort hatte eine Fee ein schönes Marmorschloss auf einem Felsen. Diese Fee, eine gütige Frau, nahm ihn in ihren Dienst, und er hatte es gut und bekam, was er wollte. Nach einem Jahr sagte die Fee, sie müsse verreisen und gebe ihm die goldenen Schlüssel zu drei Zimmern. «Öffne nur die Zimmer auf der rechten und linken Seite, doch das in der Mitte, wo sich die ganze Pracht der Welt befindet, darfst du nicht öffnen, wenn dir dein Leben lieb ist!», sagte sie noch zuletzt, und dann verschwand sie. Verdutzt stand der Bursche da. Er dachte lang darüber nach, was die Fee gesagt hatte, und dann öffnete er langsam die rechte Türe. War das ein Glanz, alles war aus Gold oder Silber! Später ging er ins Zimmer auf der linken Seite, dort gab es nur Smaragde und Rubine. Lange stand er vor der Türe in der Mitte, bald wollte er öffnen, bald der Fee gehorchen. Während er hin und her schwankte, packte ihn plötzlich die Gier, und er hatte die Frechheit, die Tür zu öffnen. Auf einmal sah er alles, was schön ist, aber in dem Augenblick wurde er in einen Marmorblock verwandelt. Nach vielen Tagen und Jahren kam der andere Bruder zur Fee und trat in ihren Dienst. Auch ihm gab sie die drei Schlüssel und sagte das Gleiche wie seinem älteren Bruder. Aber auch er wurde wegen seiner Neugier in einen Marmorblock verwandelt. Zuletzt kam der Jüngste zum Schloss der Fee, und sie stellte ihn ein. Dieser Bursche aber wusste, was sich gehört, und er gehorchte der Fee, nachdem er die Schlüssel erhalten hatte. Als die Fee erschien, öffnete sie selber das Zimmer in der Mitte. Mit einer Rute schlug sie auf die Marmorblöcke, und in dem Augenblick wurden die Brüder wieder lebendig. Die Fee gab allen dreien als Lohn so viele Kostbarkeiten mit, wie sie tragen konnten. Die drei Glücklichen segneten die Fee und verliessen dankbar das Schloss. Aber als sie zurückschauten, da sahen sie nur einen grossen wüsten Felsen. Das Schloss samt den riesigen Reichtümern war verschwunden.

Quelle: Die drei Winde, Rätoromanische Märchen aus der Surselva, gesammelt von Caspar Decurtins, Ursula Brunold-Bigler (Übers. und Hrsg), Desertina Verlag, erzählt in Surrein bei Sumvig

Die drei goldenen Schlüssel (Les treis clavs d'aur), erzählt in Bündner Mundart und auf Romanisch von der Erzählerin Sandra Greta Blum: 

Interessant zu wissen:
Die Armut führte auch in Graubünden oft dazu, dass die Kinder bereits im Jugendalter in die Welt hinaus zogen, weil sie in den kinderreichen Familien nicht mehr alle ernähren werden konnten. Dieses Märchen wurde in der Surselva erzählt, gesammelt von Caspar Decurtins, der sich mit der Herausgabe der 13-bändigen «Rätoromanischen Chrestomathie», für die Erzählkultur und Sprache Graubündens einsetzte. Seit 1938 gilt romanisch als vierte Landessprache der Schweiz. Das Motiv der verbotenen Kammer kommt in Märchen relativ häufig vor. Nur selten schafft es einer der Helden, wie in dieser Geschichte, der Versuchung sie zu öffnen, zu widerstehe
n.

 


Die Käseprobe

Märchen aus der Region Bern
Ein junger Hirt bekam Lust zu heiraten. Nun kannte er drei Schwestern, die waren alle gleich schön und waren ihm auch alle gleich gewogen, so dass er nicht mit sich einig werden konnte, welche unter ihnen er zu seiner Braut erwählen sollte. Das bemerkte endlich seine Mutter. »Soll ich dir gut zu Rat sein«, sagte sie zu ihm, »so lade alle drei Schwestern miteinander zu dir und stelle ihnen Käse auf und gib acht, wie sie damit umgehen.« Der Sohn folgte diesem Rat; er lud die Jungfrauen zu sich und setzte ihnen den Käse vor. Da verschlang die erste gierig ihr Stück samt der Rinde, dass keine Spur übrig blieb. Die zweite im Gegenteil schnitt die Rinde so dick ab, dass sie noch viel Gutes mit wegwarf. Die dritte aber schälte die Rinde sauber, grad wie sich's gehört. Und als nun der Hirt seiner Mutter erzählte, wie es bei dem Käse hergegangen, da sagte die Mutter: »Die dritte nimm, sie wird dir Glück bringen.« Das tat er, und es hat ihn sein Lebtag nie gereut, dass er der Mutter gefolgt hat.

Quelle: Sutermeister, Otto: Kinder- und Hausmärchen aus der Schweiz, Aarau: 1869  Bern. 

Die Käseprobe, erzählt in Berner Mundart  von der Erzählerin Helene Pulfer: 

Interessant zu wissen:
Diese Geschichte stammt aus der ersten Märchensammlung der Schweiz. Sie fand unter dem Titel "Die Brautprobe" ihren Weg in die weltberühmte Sammlung der Brüder Grimm. 450 Käsesorten werden in der Schweiz hergestellt, der Emmentaler ist dabei Exportschlager. Rund um den Emmentaler gibt es bei Jeremias Gotthelf auch Einiges in "Die Käserei in der Vehfreude" zu lesen.

 

Die Nidelgret

Märchen aus Uri
Unweit von Andermatt liegt ein grosser, weisser Steinblock, an dessen Stelle vor vielen Jahren ein Haus gestanden haben soll, in welchem ein altes Weib wohnte. Sie wurde Nidelgret genannt, weil sie, obwohl sie bloss eine Kuh besass, immer mehr Nidel hatte, als fünfzig der besten Kühe zur Zeit der Sommerfahrt geben. Eines Abends schlüpfte ein neugieriger Küher in ihren Stall und versteckte sich im Futterkasten, um die Alte beim Melken zu belauschen. Da sah er sie einen grossen Gebs vor sich hinstellen und hörte sie, indem sie wunderliche Zeichen oder Geberden machte, immer vor sich hinmurmeln:

»Hexengut und Sennenzoll,
Von jeder Kuh zwei Löffel voll.«

Der Gebs füllte sich aber sofort bis an den Rand mit dem schönsten Rahm, worauf die Alte ihn auf den Rücken nahm und den Stall verliess. Der Küher aber, der sich den Spruch wohl gemerkt hatte, lief voller Freuden nach Hause, um die Kraft der Zauberformel zu erproben. Mit zwei Löffeln aber nicht zufrieden, murmelte er:

»Hexengut und Sennenzoll,
Von jeder Kuh zwei Kübel voll.«

Da aber floss der Rahm in solchen Strömen zu, dass sich bald Stall und Wohnung des Kühers damit füllte, so dass er gar elendiglich in der köstlichen Flüssigkeit ertrank. Auf dem Dache ihrer Hütte aber sass die Nidelgret und rief: »Der tut's mir nimmer nach!« Kaum hatte sie jedoch das gesagt, so kam eine dunkle Wolke mit fürchterlichem Sturmwind daher gesaust, der die Hütte des Kühers samt der ihrigen hinwegfegte. An der Stelle der letzteren stand aber von dieser Zeit an der weisse Steinblock. Darin steckt die Nidelgret neben dem habgierigen Sennen, den sie bis zum jüngsten Tage hüten muss.

Quelle: Müller, Josef: Sagen aus Uri 1-3. Bd. 1-2 ed. Hanns Bächtold-Stäubli; Bd. 3 ed. Robert Wildhaber. Basel: G. Krebs, 1926, 1929, 1945

Die Nidelgret, erzählt in Urner Mundart  von der Erzählerin Sonja Riedi: 

Interessant zu wissen:
Rund um die Alpwirtschaft wurden seit jeher Geschichten über Hexen, Geister und arme Seelen erzählt. Auch die Urner lauschten gerne solchen Sagen und erzählten sie weiter. Der Spitalseelsorger Josef Müller begann 1910 mit seiner Sammlung von Urner Sagen. Die Nidelgret ist eine von hunderten aus seiner Sammlung. Der Urnerboden ist übrigens die grösse Kuhalp der Schweiz.

 


Jakobs Glückstraum

Märchen aus dem Berner Oberland
Auf der Alp Trichelegg, zwischen Grindelwald um dem Oberhasli-Tal, lebte einst ein junger Mann, der jahrein, jahraus die Kühe hütete und deshalb Hans Kuhschwanz gerufen wurde. Er war arm und litt darunter, dass er nicht genug Geld besass, um sein erwähltes Mädchen heiraten zu können. Eines Nachts, als er in seinem Heubett lag und noch lange über seine Armut nachgedacht hatte und unter Sorgen eingeschlafen war, träumte er einen besonderen Traum. Im Traum sah er eine Brücke in Thun und einen Mann, der ihm etwas mitteilte, was ihm sein Leben lang zu Glück und Wohlstand verhelfen würde.
Am nächsten Tag eilte er ins Dorf, um seiner Geliebten den sonderbaren Traum zu erzählen und siehe da: Auch sie hatte den Traum geträumt. Hans hatte nun keine Ruhe mehr auf der Alp. Er nahm Abschied von seinem Mädchen und wanderte los Richtung Thun. Kaum zwei Stunden später stand er auf eben jener Brücke, die er im Traum gesehen hatte und wartete. Aber sein Glücksmännlein erschien nicht. Es ging schon gegen zwölf Uhr mittags und er schaute zum Niesen hinauf, da sprach ihn auf einmal ein Mann an: «He, du da! Was stehst du da den ganzen Tag herum? Hast du nichts Besseres zu tun?»
Da erzählte ihm Hans von dem Traum, den er gehabt, und dass er nun hier auf der Brücke auf sein Glück warte.
«Du bist ein Narr», rief da der andere. «Ich habe letzte Nacht geträumt, oben auf einer Alp wohne ein Hirte namens Hans Kuhschwanz und bei diesem unter dem Herd sei ein Krug mit Gold und Silber versteckt. Denkst du etwa, ich lasse wegen diesem Traum meine Arbeit liegen und suche einen der ‹Kuhschwanz› heisst?» Nach diesen Worten zog der Fremde davon. Hans aber hatte genug gehört. So schnell er konnte, eilte er nach Hause. Er grub am Feuerherd ein Loch und richtig, er fand den Krug mit dem Gold und Silber. Nun liess er eine schöne Sennhütte bauen, kaufte sich die besten Weiden und heiratete schon bald sein Mädchen und niemand nannte ihn jemals wieder Hans Kuhschwanz.

Quelle: Otto Henne-Am Rhyn, «Die deutsche Volkssage», Leipzig 1879, leicht bearbeitet 

Jakob's Glückstraum, erzählt in Oberländer Mundart  von der Erzählerin Edith Bratschi:

 

Interessant zu wissen:
Das Motiv mit dem Traum vom Schatz auf der Brücke ist weit verbreitet, sowohl in den verschiedenen Regionen der Schweiz, wie auch in weiten Teilen der Welt. Paulo Coehlo hat das Thema in seinem Roman "Der Alchimist" bearbeitet. Lange war die Sinnebrücke in Thun einer der einzigen, auch mit Pferdekarren befahrbaren Aareübergänge. Unter napoleonischer Herrschaft war Thun die Hauptstadt des nur kurze Zeit bestehenden Kantons "Berner Oberland". Mag sein, dass der Schatz zu jener Zeit unter dem Herd versteckt wurde, als die Soldaten durch das Land zogen.

 

Die Erdwybli im Marmilchloch

Sage aus Baselland
Bei der Thürner Fluh gibt es eine Höhle. Sie ist bekannt als Erdwybli- oder Marmilchloch. Früher wohnten dort kleine, freundliche Erdwybli, Es heisst, dass sie mehrere Räume hatten im Fels und einen geheimen Gang, der bis nach Gelterkinden führte. Aber kein Mensch hat den Gang jemals gefunden.  Oft kamen sie von der Fluh herunter und halfen den Menschen bei der Arbeit. Das Seltsame aber war, dass sie ihre Füsse versteckten. Sie trugen so lange Röcke, dass die Füsse darunter verborgen waren. Einmal halfen sie bei der Müllerin in Gelterkinden. Diese war gar neugierig und hätte gerne gewusst, warum die Erdwybli ihre Füsse nie zeigten. Einmal streute sie deshalb Mehl auf die Treppe bei der Mühle. Kaum waren die Erdwybli darüber gelaufen, ging die Müllerin hin, und was sah sie? Überall kleine Fussabdrücke, aber nicht etwa menschliche Füsse, nein, die Erdwybli hatten Entenfüsse. Die kleinen Erdwybli aber hatten gemerkt, dass die Müllerin sie überlistet hatte. Von dem Tag an kamen sie nicht mehr und es heisst, sie wären in eine andere Gegend gezogen.

Quelle: G. Müller, P. Suter, Sagen aus Baselland, Liestal 1938, Fassung Djamila Jaenike

DIe Erdwybli, erzählt in Basler Mundart  von der Erzählerin Ines Henner:

Interessant zu wissen:
In den Volkserzählungen tauchen verschiedene Andersweltfiguren auf. In der Schweiz sind es besonders kleine Gestalten,  ob Bergmännlein oder, wie hier, Erdweiblein, die meist hilfreich sind. Oft verfügen sie über zauberische Kräfte und ihre Füsse sind anders als jene der Menschen. Wird ihre Andersartigkeit entdeckt oder schenkt man ihnen etwas, so verschwinden sie für immer.

 

 


Die Farnsamen 

Märchen aus dem Senseland
Auf der rechten Seite des Plasselbschlundes liegen die Tatüren. Das waren einst drei schöne Bergweiden mit Alphütten. Heute sind sie mit Wald bepflanzt. Sie gehörten vor langer Zeit einem Herrn aus der Stadt. Er war ein bißchen Sonderling. Die Leute nannten ihn den « Doktor », weil er während seines Sommeraufenthaltes in den Tatüren beständig Heilpflanzen sammelte und daraus Tränklein und Salben bereitete, womit er alles Bresthafte an Menschen und Tieren kurierte. Ein alter Hirt machte ihn einst mit der Wunderkraft des Farns bekannt. Er erzählte ihm folgendes: « Am Santihanstag, gen au um Mitternacht, da blüht und verblüht der Farn. Der Samen, der sich bildet, ist winzig fein wie Stäubchen und fällt sogleich zur Erde. Das ist jammerschade, denn er besitzt eine wundersame, geheime Kraft. Wer ihn besitzt, der versteht die Sprache der Tiere, liest die Gedanken der Menschen, heilt jede Krankheit, schlägt aus Steinen Gold, weiß alles und kann alles. Leider ist es ungemein schwer, diesen Samen zu bekommen, denn wer seine Wunderkraft kennt, der kann ihn nicht gewinnen. Der neidische Teufel, der den Menschen jedes Glück mißgönnt, hütet das Farnfeld. Nur der Ahnungslose und Unwissende kann in seinen Besitz gelangen. Als der Doktor das hörte, beschloß er, die Probe zu machen. In der nächsten Johannisnacht begab er sich an den nahen Wald, wo sich ein weites Farnfeld ausdehnte. Es war eine helle, klare Mondnacht, und kein Wölklein stand am Himmel. Der Doktor hatte Tücher mitgenommen. Er legte sie sorgfältig unter die Farnstauden, damit der Samen darauf falle. Nun war es Mitternacht. Da erhob sich urplötzlich ein furchtbares Gewitter. Es blitzte und donnerte unaufhörlich. Regen und Hagel prasselten hernieder. Der Sturmwind ergriff die Tücher und blies sie weit fort über den Wald hinüber. Ein Blitz spaltete den nächsten Baum und schlug den Doktor zu Boden, wo er besinnungslos liegen blieb. Als er erwachte, blickte ein freundlich blauer Himmel auf ihn hernieder, und die letzten Sterne erloschen eben im rosigen Dämmer des Morgens. Hatte er geträumt? Ach nein! Da lag ja der zersplitterte Baum neben ihm und zeugte von Wirklichkeit. Doch der Doktor ließ sich nicht entmutigen. Im folgenden Jahre unternahm er einen neuen Versuch. Auch dieser mißlang. Die Elemente tobten noch ärger als das erste Mal. Und noch ein drittes Mal zog der Mann in der Johannisnacht ins Farnfeld. Aber er hätte sein Wagnis bald mit dem Leben bezahlen müssen, denn es raste ein Sturm, und Blitze zuckten, als ob es Feuer regnete. Jetzt sah der Doktor ein, daß es dem Wissenden wirklich nicht möglich sei, den Farnsamen zu gewinnen. Also mußte er einem Unwissenden diese Aufgabe übertragen. Das machte er so : In der nächsten Johannisnacht weckte er eine halbe Stunde vor Mitternacht den Knecht und sprach zu ihm: « Mathis, hole in der obern Hütte droben den Muni. Er ist heute verkauft worden und soll morgen früh in die Stadt geführt werden. » Der Herr wußte, daß der Knecht gewöhnlich seinen Weg durch das Farnfeld nahm. Er hoffte, es würde dem Ahnungslosen Farnsamen in die Schuhe fallen, und er könnte dann dieses kostbare Gut mühelos bekommen. Mathis tat wie ihm befohlen. Mutterseelenallein wanderte er in dunkler Nacht zum obern Stafel hinauf, band den Stier los und führte ihn behutsam bergab. Als er durch den hohen Farn schritt, schlug es irgendwo ganz in weiter Ferne die Mitternachtsstunde. Da fühlte er auf einmal einen heftigen, stechenden Schmerz am Fuße. Er blieb stehen und horchte in die Nacht hinaus. Der Hund bei der oberen Hütte bellte, und der bei der untern gab ihm Bescheid. Aber sie bellten nicht wie sonst. Der Knecht lauschte gespannt. Nein, wirklich, sie bellten nicht, - sie redeten miteinander. Ganz deutlich verstand er jetzt ihr Zwiegespräch: 
« Du, du», - rief der Hund im oberen Stafel. « Was, was ? » - antwortete der im unteren. 
« Du muescht guet hüete. » 
« Worum, worum ? » 
« As chäme jetz de Schelme. » 
« Das isch mier glich, - i hüete nüt. » « Worum de nit ?» 
« Ebe los: D'Herrschaft het hüt Chnuttelini z'Nacht ghäbe, - un üs hi si a kiner ggä. » 
« So, so - isch das wahr ? »
«Woleppa! » 
« Ebe guet, de hüeten i egschpräss o nüt. » 
Das Hundegebell verstummte. Mathis war sonderbar zu Mute. So etwas hatte er noch nie erlebt. Grausen packte ihn, und er suchte so schnell als möglich die Hütte zu erreichen. Doch kaum war er einige Schritte weitergegangen, da wurde der Schmerz im Fuße immer heftiger und unerträglicher. Es war ihm, als steckten feurige Nadeln im Schuh. Mit Aufbietung aller Kräfte schleppte er sich bis zum nächsten Zaun und band den Stier fest. Dann warf er sich zur Erde, zog den Schuh ab, klopfte ihn an einem Zaun stocke aus und legte ihn wieder an. Jetzt war der Schmerz verschwunden. Er setzte den Weg fort, kam bald darauf bei der untern Hütte an, band den Muni in den Stall und legte sich zur Ruhe. Am andern Morgen weckte der Herr seinen Knecht schon früh und fragte ihn, ob er mit dem Stier gut heruntergekommen, und ob ihm nichts widerfahren sei, denn in der Johannisnacht sei es nicht geheuer. Da begann Mathis sein Abenteuer zu erzählen. Als er aber sagte, er habe den Schuh an einem Zaunpfahl ausgeklopft, da sprang der Doktor auf und rief: « ° weh, 0 weh! Mathis, was hast du getan. Unser beider Glück hast du verscherzt. Die reichsten Männer der Welt wären wir geworden und hätten nicht mehr arbeiten müssen. 0, wie schade, wie schade. » Der gute Knecht stand sprachlos und mit offenem Munde da und wußte nicht, was das bedeuten sollte. Jetzt eilte noch die Magd herbei und meldete voll Aufregung, es seien in der Nacht Schelme dagewesen. Die Gadentüre sei aufgebrochen und der Anken gestohlen worden. « Ich habs gewußt, daß Diebe kommen », stotterte der Knecht, « die Hunde habens ja einander zugerufen». « Wer? - die Hunde?» rief die Magd, schüttelte den Kopf und konnte nicht verstehen. Flugs zeichnete sie ein Ringlein auf die Stirne, als hätte der arme Mathis ein Rädchen zuviel im Kopfe. Doch der Doktor ließ seinen braven Knecht nicht beschimpfen. Er  verriet ihm vorerst die Geheimnisse des Farnsamens und fuhr dann fort: « Diesen Zaubersamen, der so unendlich schwer zu erringen ist, den hattest du in deinem Schuh und hast ihn wieder hinausgeklopft. Nun bist du wissend geworden und kannst ihn nie mehr gewinnen. Nun ist es aus mit dem mühelosen Reichwerden. Nun müssen wir beide wieder arbeiten wie zuvor. Doch, das soll uns nicht betrüben. Ich bin überzeugt, es ist sogar besser für uns. Nach ewigem, göttlichem Gesetz ist der Mensch zur Arbeit geschaffen wie der Vogel zum Fluge. Die Arbeit hält uns ern Körper gesund und unsern Geist frisch. Sie gibt unserem Leben Ziel und Inhalt. Sie schenkt uns immer wieder neue Fr,euden. Darum komm, Mathis, laß uns wieder an die Arbeit gehen, - du zu deinen Kühen, - ich zu meinen Kräutern. - Den Farnsamen lassen wir für immer und ewig bleiben, wo er ist.» 

Quelle: G. Kolly, Sagen und Märchen aus dem Senseland, Freiburg 1965

Vom Farnsamen, erzählt in Sensler Mundart  von der Erzählerin Rita Riedo:

Interessant zu wissen:
Da beim Farn keine offensichtlichen Blüten vorhanden sind, ranken sich viele Sagen und phantasievolle Vorstellungen um diese Pflanze, und das Sammeln der Samen wurde im 17. Jahrhundert sogar verboten. Sie sollten unsichtbar und reich machen, meist aber musste man sich dafür dem Teufel verschreiben. Erst später wurde die Vermehrung durch die Sporen entdeckt. Bis dahin aber machten sich viele auf die Suche nach den reichmachenden Farnsamen.

 

 

Gargantua's Badewanne

Märchen aus der Genferseeregion

Gargantua war gut gewachsen, ein Riese war er geworden, mit einer Kraft, die Berge versetzen konnte. Wo er hinkam, nahm er Steine und warf sie nach Lust und Laune in die Landschaft, fast wie früher die griechischen Götter beim Puckspiel. Einmal wollte er nach Genf spazieren. Unterwegs bekam er Zahnschmerzen. Er riss sich die Eckzähne aus und warf sie in das Sassenage-Gebirge in Isère, man kann sie heute noch dort sehen. Dann schmerzte ihn auch noch ein Backenzahn. Diesen warf er zu Boden, so dass das Chartreuse-Massiv entstand.
Gargantua ritt auf einer riesigen Stute, die hatte ihm der König von Numidien geschenkt. Sie war so gross wie vier Elefanten. Als er mit ihr durch die Wälder der Beauce ritt, wollte sie mit ihrem Schweif die Wespen und Hornissen verjagen. Da sie aber so gross war, fegte sie gleich auch alle Wälder fort und übrig blieb eine Landschaft, so flach wie ein Pfannkuchen. 
Es war Sommer, die Sonne brannte heiss vom Himmel, und die Bauern ernteten das Heu. Gargantua wurde es zu heiss, er hatte Lust ein Bad zu nehmen, aber nirgendwo war genug Platz, damit er sich in das Wasser legen konnte. Der Riese begann sich eine Badewanne zu graben, und so entstand das Bett der Rhône. Er grub und grub, warf die Erde weit hinter sich und dort liegt sie noch heute hoch aufgetürmt zwischen Annemasse und St. Julien. 
Die Bauern, die gegenüber auf dem Hügel von Saint-Gervais das Gras mähten, beobachten das Schauspiel und staunten nicht schlecht, als die Hügel aus Erde und Steinen immer höher wurden. „Hola!, die Berge wachsen!“, riefen sie. Gargantua hatte das Bett der Rhône bereits bis nach Hermance verbreitert.
„Es wird grösser und grösser!“, riefen die Bauern. Der Riese aber grub weiter, bald war er in Yvoire, in Nyon, dann in Lausanne... „Grösser und grösser!“, staunten die Bauern. Als der Riese im Bouveret ankam, da klatschen sie in die Hände und applaudierten.
„Jetzt ist die Badewanne gross genug“, sagte sich Gargantua, denn nun war ein grosser See entstanden, der Genfersee, und am Ufer türmten sich auf der Salève die Steine über tausend Meter hoch! Gargantua badete und wusch sich in dem neuen See, dann wurde er müde. Er setzte sich auf den riesigen Erdhaufen und drückte den Berg mit seinem Hintern so ein, dass eine Kluft zwischen dem kleinen und dem großen Salève entstand.
Jetzt hatte Gargantua Lust, ein paar Steine auf dem Wasser hüpfen zu lassen. Er nahm ein paar runde Steine und sie fielen mitten in den Hafen von Genf. Man kann sie heute noch sehen, es sind die Steine von Niton. Ein Stein aber ging ganz daneben. Er landete in der Nähe von Thonex, es ist der Pierre à Bochet. „Ich glaube, jetzt gehe ich besser …“, dachte Gargantua und ging davon. Zurück blieb die Landschaft rund um Genf und jetzt wisst ihr, weshalb sie so aussieht.

Fassung Djamila Jaenike, nach: C. Vellas, Légendes de Genève et du genevois, Genève 2007, ins Deutsche übersetzt von Doris und Steve Barrot.

La Baignoire de Gargantua, erzählt in Genfer Mundart  vom Erzähler Steve Barrot:

Interessant zu wissen:
Die Rhone hat ihren Ursprung im Rhonegletscher im Wallis. In Genf  stösst sie mit der Arve zusammen, so dass das Wasser eine Zeitlang zwei verschiedene Farben aufweist. Der Riese Gargantua spielt im Romanzyklus von François Rabelais (16. Jhd.) eine wichtige Rolle und einige Menhire wurden nach ihm benannt.

 

 

Verspotte nicht die Tiere der Nacht 

Märchen aus dem Tessin
Es war einmal ein Hirte, der sass an einem schönen Sommerabend vor seiner Hütte und ass Polenta mit Milch. Ein Waldkauz flatterte in den umliegenden Bäumen und stiess unablässig seinen traurigen Schrei aus: Orök, Orök. Der Hirte wollte den Kauz verjagen, weshalb er mit spottender Stimme zurückrief: Orök, Orök. Als sich der Waldkauz aber nicht verscheuchen liess, besann er sich und begann ihn anzulocken: 

Kauz bist du,
Kauz bin ich,
willst du essen, 
so komm zu Tisch!

Kaum war das letzte Wort über seine Lippen gekommen, da erschien vor ihm ein mächtiger Mann mit dem Kopf eines Waldkauzes. Er sah aus wie ein Ungeheuer und sagte mit furchterregender Stimme, die selbst den tapfersten Mann hätte erzittern lassen: „Du hast mich zum Abendessen eingeladen, was kannst du mir anbieten?“
Der Hirte erschrak, so einen Besuch hatte er nicht erwartet. Stotternd sagte er: „Wenn Sie mein bescheidenes Mahl mit mir teilen wollen, bringe ich Ihnen natürlich sofort eine Schüssel Milch. Polenta ist im Kessel, essen Sie nur, bis Sie satt sind!“
Wie ein Wilder machte sich das Ungeheuer über das Essen her und schon im nächsten Moment war die Polenta verschlungen. „Ich habe Hunger!“ schrie der Kauz den Hirten an. „Was kannst du mir anbieten?“ 
„Da haben Sie Mascarpone!“ In wenigen Augenblicken war auch sie verschlungen. „Ich habe Hunger! Was kannst du mir anbieten?“ 
„Hier sind noch zwei Laib Käse, essen Sie die, sie werden Ihren Hunger bestimmt stillen.“ Aber kaum gesagt, waren auch diese in den Backen des unersättlichen Monsters verschwunden und der Kauz schrie: „Hunger! Was gibst du mir?“ 
„Öffnen Sie den Schrank und essen Sie alles, was Sie dort finden können: Brot, Mehl, Salz, Zucker, Kaffee, Reis.“ Gesagt, getan: Im Nu war der Schrank leer. Man sagt ja, der Appetit käme mit dem Essen, und so schrie das Ungeheuer mit solch hungriger Wut, als ob es hundert Jahre nichts gegessen hätte: „Hunger! Was gibst du mir?“ 
„Hier haben Sie den Schlüssel zur Milchkammer. Trinken Sie die Milch in der Schüssel und essen Sie den Weichkäse und die Butter, die Sie auf dem Brett finden.“ Fünf Minuten später kam der Kauz zurück. Aber er war nicht etwa satt, nein, jetzt hatte er einen Bärenhunger! „Ich habe Hunger!“ schrie er. „Was gibst du mir?“   
„Im Stall sind ein Schwein, Ziegen und Kühe, essen Sie diese.“ Das Ungeheuer ging also in den Stall und verschlang das Schwein, die Ziegen und alle Kühe. Bis auf eine Kuh, die konnte er nicht fressen, weil sie eine Glocke mit dem Bild der Madonna trug. Ausser sich vor Wut kam der Kauz zurück und schrie: „Hunger! Hunger!“ Furchtvoll liess der arme Hirte den Kopf hängen und sagte fast unhörbar: „Ich habe nichts mehr.“ 
„Dann esse ich dich!“ kreischte der Kauz und wollte sich auf den Hirten stürzen. Dieser riss das Kruzifix von der Wand über dem Bett, drückte es an seine Lippen und schrie in Todesangst: „Gesummaria helft mir, Gesummaria helft mir!“ Bei diesem Anblick brüllte das Ungeheuer wie ein verletzter Tiger, so dass die Hütte davon erzitterte. Blitze stachen aus seinem Körper, es stürzte zur Tür hinaus und war verschwunden. Die Angst raubte dem Hirten die Sinne und er fiel zu Boden. Als er wieder erwachte, war alles, was der Kauz verschlungen hatte, zurück an seinem Platz: Die Polenta im Kessel, die Milch in der Schüssel, die Mascarpone, die beiden Laib Käse. Auch das Brot, Mehl, Salz, Zucker, Kaffee und Reis waren im Schrank und die Milch, die Butter und der Weichkäse wieder auf dem Brett. Das Schwein, die Ziegen und die Kühe standen im Stall zurück an ihrem Platz. Nach dieser Nacht aber, verspottete der Hirte nie wieder ein Tier der Nacht.

Quelle: V. Pellandini, Credenze populare nel Canton Ticino, in Schweizerisches Archiv für Volkskunde, Band 2, 1898, übersetzt von A. Hoffmann

Verspotte nicht die Tiere der Nacht, erzählt auf Italienisch und Luzerner Mundart  von der Erzählerin Carmela Saputelli: