Eine Müssiggängerin

Land: Schweiz
Kategorie: Sage

Das Zwergenvolk zeichnet sich sonst durch seinen emsigen Fleiss aus; die Weibchen aber können auch "fehlen".

Einst hatte sich auf der Alp eine Kuh verlaufen. Der Hirt, der ausging, sie zu suchen, fand unter einem "Tschuppen" (kleines Tännchen, das bis auf den Boden beästet ist) ein wildes "Fräuli". Der Mann redete es an, erhielt aber keine Antwort. Doch begleitete es ihn bis zur Hütte. Da deutete es auf den Mund, was heissen sollte, es begehre etwas zu essen. Dann gab es zu verstehen, es möchte hier auch ein Nachtlager bekommen. Am andern Tage stand es auf und blieb an seiner Stelle und so jeden nächsten Tag. Die Alpknechte hätten ihm das bisschen Essen schon gegönnt, wenn es nur auch hätte arbeiten mögen; aber das schien dem Weiblein nicht zu belieben.

Die Verlegenheit wurde gross; fortschicken mochten sie das arme Ding nicht, und für einen Müssiggänger hatten sie in ihrer Hütte keinen Raum. Da entschlossen sie sich, einer sollte ins Tal hinuntergehen und beim Amt Anzeige machen. Das schien das Weiblein gemerkt zu haben; denn nun war seines Bleibens nicht länger; es schlich sich fort und kam nicht wieder.
A. Sprenger
 

Quelle: Sagen des Kantons St. Gallen, Jakob Kuoni, St. Gallen 1903, Nr. 290, S. 160f

Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.

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