Hausgeist im Brandbalken - Sage

Hausgeist im Brandbalken

Land: Schweiz
Region:
Kategorie: Sage

In Tägerig, unweit Mellingen, brannte ein Strohhaus ab. Das Brennholz des nieder gerissenen Gebäudes kaufte ein Mann aus der Umgegend an, um es nach seiner Wohnung heimzufahren. Nun gilt der Glaube, dass man niemals alles Holz zusammen von einer Brandstätte wegnehmen dürfe, weil man sonst leicht auch den Hausgeist mit sich brächte, welcher stets in dem Reste zurückbleibt, den man ihm auf der Baustelle liegen lässt. Dieses wusste zwar der Käufer, aber, von Geiz getrieben liess er's diesmal ausser acht. Beim Wegfahren von der Brandstätte mass er noch einmal seine volle Ladung und fragte befriedigt den Knecht: Jetzt haben wir wohl Alles? Eine Stimme von der Landwied her erwiederte schnell darauf: Jo, fahret numme zue, i sitze scho ûf der Landwidd hinde.

Band 1, Quelle: Ernst L. Rochholz, Schweizer Sagen aus dem Aargau, Band 1 Aarau, 1856, Seite 75

Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchen.ch.