Jagd am Lirihansi bei Birmenstorf - Sage

Jagd am Lirihansi bei Birmenstorf

Land: Schweiz
Region:
Kategorie: Sage

Der Lirihanst ist ein Stück Reb- und Waldboden, unterhalb Birmenstorf an der Brugger Strasse gelegen. Nach zween zuverlässigen Augenzeugen zieht dort die wilde Jagd vorbei. Meine Mutter erzählte mir Folgendes. Sie und mein Vater giengen einmal von Reuss ab der Störe heim, es war gegen 12 Uhr. Wie sie in jene Gegend kamen, hörten sie über den Gipfeln der Waldbäume ein Rauschen und Knicken, wie von brechenden Aesten. Sie glaubten zuerst, es seien Holzhacker und schritten ziemlich ruhig der lärmenden Gegend zu. Je näher sie kamen, desto lauter wurde es. Es that und rollte wie Donner, ohne dass doch der Nachthimmel bedeckt gewesen wäre. Dann kam das Tosen wie von allen Seiten auf sie herein, und mit einem Schlag plumpte es neben ihnen dumpf auf die Erde. Sie fuhren zusammen und schrieen. Alles war wieder still, rein schienen die Sterne.

Eine andere Person versichert, das Nämliche erfahren zu haben, nur setzt sie noch hinzu, dass sie auf der Strasse ein ganz grünes Männchen gesehen habe.

Meinem Vetter stunden hier einmal gegen drei Uhr die Pferde still, bäumten sich, bliesen die Nüstern weit auf und waren um keinen Preis vorwärts zu bringen.

Band 1, Quelle: Ernst L. Rochholz, Schweizer Sagen aus dem Aargau, Band 1 Aarau, 1856, Seite 181

Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchen.ch