Gutis-Ee in Muri - Sage

Gutis-Ee in Muri

Land: Schweiz
Region:
Kategorie: Sage

Um Muri hält man das Gutis-Ee für einen langen Geisterzug, dem ein Mann mit hohem Stab vorausgeht unter dem Ruf: „Uß Weg!“ Hinter ihm drein rollt eine große Walze, welche die ganze Straßenbreite einnimmt. Dann folgen viele Gestalten von Schweinen, Schafen und Hunden, und eine Unzahl kleiner Kindergeister, die man wegen ihres Geschreies und Gerölles „Schelleli-Buebe" nennt. Der Zug halt stets seine altgewohnte Richtung ein; kommt er gegen ein Wohnhaus heran, so müssen alle Türen bereits geöffnet sein, den Hausvater beträfe sonst eine üble Heim-suchung. Im Dorfteile Muri-Egg liegen drei solcher Häuser in derselben Linie,  deshalb darf man sie in den Frohnfastennächten gar nicht schließen. 

Unverschließbare Türen deuten auf die hindurch schreitenden Götter, welche das Wohnhaus gastfreundlicher Menschen an Festtagen zu besuchen wünschen. Man sagt, wer in der Zeit der Zwölften die Türe hart zuschlägt, der hat im Sommer den Blitz zu befürchten.

Vergleiche: Wandelnde Ratsherren von Muri 

Band 3.1, Quelle: Ernst L. Rochholz, Naturmythen, Neue Schweizer Sagen, Leipzig 1962, S. 101 - 101

Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchen.ch.