Das Tittiloch bei Thalheim - Sage

Das Tittiloch bei Thalheim

Land: Schweiz
Region:
Kategorie: Sage

Auf der Südseite des Dorfes Talheim im Jura, Bezirk Brugg, westlich des Weges, der über den Schlatt und die Gislifluh hinüber nach Aarau führt, liegt das Herdflühlein.

In dieser Felsenwand ist eine an hundert Schritt lange Höhle, das Tittiloch. Der Name bedeutet einen Felsen, aus welchem die Hebamme die neugeborenen Kinder herausholt. Der Zugang ist nicht leicht zu finden, er liegt mit Gesträuch und Stauden überdeckt im Tobel eines Bergwassers, welches der Gässlibach heisst. Ein unterirdischer Gang der Höhle soll in den Keller eines in der Nähe liegenden Bauernhauses führen. Unten am Rande dieses Baches steht ein anderes Haus, in welches die Herdweibchen mit ihren Kunkeln und Spinnrädchen oft zu Stubeten (auf Abendbesuch) gekommen sind. Sie sind aber bald ausgeblieben, weil die schlimmen Nachtbuben ihnen Asche in den Weg streuten. Da sah man bis zum Eingang der Höhle lauter Schwimmfüsse abgespürt.

Sage aus Talheim

Band 3.1, Quelle: Ernst L. Rochholz, Naturmythen, Neue Schweizer Sagen, Leipzig 1962, S. 109 - 109

Fussnote

Jene vielfachen Felsen und erratischen Blöcke, unter denen die Hebamme die Neugeborenen (Titti) holt und den Aeltern heimbringt, sind besprochen: Aargan. Sag. 1, S. 357.

... Und wie bei unseren Zwergen hat man in ältester Vorzeit Werkgeräte aus Stein gemacht. Denn steinerne Spinnwirtel hat man im vorigen Jahre mit unter jenen Fundstücken entdeckt, die man aus der Tiefe des Züricher Sees bei Meilen unter den Trümmern versunkener Pfahlbauten heraufhob.

Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchen.ch.