Die Erdbibberli zu Frick - Sage

Die Erdbibberli zu Frick

Land: Schweiz
Region:
Kategorie: Sage

Auf der Waldhöhe des Frickerberges wohnten winzig kleine Leute in Steinhöhlen, durch die sie sich gar hübsch und nach der Ordnung ihre Taglichter gebrochen hatten. Bei Tag zwar trieben sie kein Geschäft und Helle hatten sie daheim nicht nöthig; war es aber schon spät Abend auf dem Felde und ein fleissiger Bauer konnte nach einem heissen Aerntetage seine Garben doch nicht alle zumal heimbringen, dann kamen die kleinen Leute zu ihm herunter und halfen, dass er Schober und Mandel nicht über Nacht auf dem Acker stehen lassen musste.

Auch ins Dorf herein kamen sie an Winterabenden zu Stubeten (auf Besuch) und halfen Hanfstengel raiten, oder Flachs spinnen. Ein noch nicht bejahrter Mann versichert, er habe als Knabe noch manchmal ihre Wohnungen weit in den Berg hinein begangen, die Erdbibberli aber seien damals schon ausgezogen gewesen, weil ihnen die vorwitzigen Leute Asche hinein geworfen hatten. Ungeheuer oder gar Gespenster seien sie aber nicht gewesen, sonst hätte man nicht beinahe in allen ehrbaren Haushaltungen die schönsten Geschichten über sie zu erzählen gehabt.

Band 1, Quelle: Ernst L. Rochholz, Schweizer Sagen aus dem Aargau, Band 1 Aarau, 1856, Seite 274

Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchen.ch