Das Jauchzen im Wägiswald
Ein Sachsler, der beim Hanikari Handknab war, erzählt, dass er am ersten Abend, als sie in die Seefeld-Zyflucht (Zuflucht : Vorsäss der Alp Seefeld) gefahren waren, käsete. Darauf gingen sie in die Boni, um zu schlafen. Bald hörten sie vom Wägiswald her jauchzen. Der Handknab bemerkte zu Hanikari: höre, da hat sich jemand verlaufen! und er erwiderte das Jauchzen. Hanikari aber sagte streng, man folle das Jauchzen lassen, er kenne den, der gejauchzt habe schon manches Jahr; man könne dann morgen schauen, welches Wetter man habe. Weiter sagte er nichts. Am andern Morgen aber lag knietiefer Schnee.
Aus: Franz Niederberger Sagen und Gebräuche aus Unterwalden, Sarnen 1924. Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch