Das Bergmännchen in Dallenwil
In der Dableten in Dallenwill stellte sich früher ein Bergmännchen ein, besonders zur Zeit, da man das Heu einsammelte. Dasselbe leistete vorzüglich Hilfe im Felde, wenn Regen oder Ungewitter drohten. Alsdann erschien es mit zwei Haselzwicken, stellte sich hinaus in das Heu oder Emd, schlug mit diesen Ruten um sich, worauf das liegende Heu dem Lungerer auch nicht einfiel vor Abschluss seiner Geschäfte oder Emd anfing, sich vom Boden zu erheben, im wirbelnden Kreise sich bewegte, allmählich dem Gaden sich näherte und auf allen Seiten zu den Schwemmen desselben mit aller Heftigkeit hineinflog. Nach gethaner Arbeit gaben die Hausbewohner ihrem gewandten Gehilfen zu essen. Einst wurde dieses Männchen durch eine Unartigkeit vom Ofenbank, seinem gewöhnlichen Sitze, verscheucht und erschien nachher nicht mehr.
Aus: Franz Niederberger Sagen und Gebräuche aus Unterwalden, Sarnen 1924. Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch