Erzählen
wirkt Wunder

Die Stiftung für Märchen und Erzählkultur

Glück im Spiel

Land: Schweiz
Kanton: Obwalden
Kategorie: Sage

Nach Fontanen kam viele Sommer ein Venediger und suchte allerhand Steine zusammen, die er gut versorgte und heimnahm. Pörtermelk fragte ihn einmal, was er mit diesen Steinen anfange, da antwortete der Venediger: „Ja, ja, ihr Giswiler, in Fontanen und Fluhalp wirft mancher Bauer der Kuh einen Stein nach, der mehr wert ist als die Kuh."

Eines Sommers sagte der Venediger zu Melk, jetzt habe er für sich und seine Kinder genug Vermögen, jetzt komme er nicht mehr. Als Trinkgeld gab ihm der Venediger etwas, das er beim Spielen auf den rechten Arm binden müsse, wenn er gewinnen wolle. An einer Grossteiler Nachkilbi wollte unser Melk dieses Zaubermittel auf seine Kraft probieren, er ging in's Benitonis und spielte da lange. Kein Ries verlor er; zu Ende des Spieles gab er jedem Spieler das verlorene Geld zurück, da er es doch nicht für rechtmässig erworben hielt. Daheim verbrannte er dann das Zaubermittel, das ihm der Venediger gegeben hatte.

Aus: Franz Niederberger Sagen und Gebräuche aus Unterwalden, Sarnen 1924. Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch