Das St. Margarethenbrünnlein
Wo sich heute die Kirche Mühledorf erhebt, stand vor 1857 die St. Margarethenkapelle. Kaum hundert Meter weit südlich davon quoll gutes Trinkwasser aus dem Rain. Nicht nur war es frisch und löschte den Durst, sondern wer es mit der Hand schöpfte, schlürfte und dann zu Ehren der heiligen Margaretha in der Kapelle betete, wurde dadurch sündenfrei.
Noch jetzt, so behaupteten vor Jahrzehnten alte Leute, soll an derselben Stelle Wasser aufstossen. Eine alte Frau erzählte jeweils, dass sie als Kind manchmal nach dem Beerenpflücken im nahen Gestrüpp des Rains von diesem Wasser getrunken habe. Im Glauben an eine heilende Wirkung desselben, den ihm die Eltern eingegeben hätten, habe es mit Vorliebe dieses Brünnlein aufgesucht.
Quelle: P. Keckeis, M. Kully, Sagen der Schweiz. Solothurn, Zürich 1987. Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch