Der Dürst im Gäu
Der Dürst, von dem man im Solothurner Gäu erzählt, sei in der Heidenzeit Reichsvogt gewesen und habe beim Chappeler Born gewohnt. Seine Stallungen waren voll Rosse, er hatte hundert Hunde und für jeden eine Hundemagd. Zur Erntezeit ritt er dann mit all diesen Tieren durch die Saaten und rief: «Drei Schritt abweg!» Im Grenchner Schlosse beim Bachtelenbade wohnte seine Geliebte, und noch heute rollt er da krachend als Feuerrad über die Jurawände herab. Seit ihn der Teufel geholt hat, ist er das Gäutier und muss nachts hoppen, «huhu» rufen und damit Hudelwetter ankünden.
Quelle: P. Keckeis, M. Kully, Sagen der Schweiz. Solothurn, Zürich 1987. Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch