Das Glück vom Born
Einst fand ein Hüterbub aus Kappel oben am Born in einem Mausloch einen Stein aus Gold. Aus Übermut warf er ihn hoch in die Lüfte und hat ihn nicht mehr gefunden.
Da wollten alle auf dem Born Gold suchen, die Leute von Gunzgen, von Härkingen, von Hägendorf und von Wangen. Aber Glück hatte niemand dabei.
Damals arbeitete ein Knecht bei einem Bauern in Kappel. Er war arm wie eine Kirchenmaus. Schon lange wünschte er seine Liebste zu heiraten, aber woher sollte er das Geld nehmen? Da wollte er in die Fremde ziehen, um dort sein Glück zu machen. Zuvor wollte er aber noch einmal sein Mädchen sehen und schlug den Weg über den Born ein. Als er über eine sumpfige Wiese kam, sah er überall Schlüsselblumen blühen. Er pflückte einen Strauss, um seinem Mädchen eine Freude zu bereiten. Als er ihr den Strauss in die Hände drückte, waren alle Blüten zu Gold geworden.
Jetzt konnte er heiraten und musste nicht mehr in die Fremde ziehen.
Quelle: P. Keckeis, M. Kully, Sagen der Schweiz. Solothurn, Zürich 1987. Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch