Glühendes Eisen im Puttertrog
Des Lengen Peetsch hatte in seiner Sennhütte an der Winkelmahd eine kranke Sau. Die liess das Futter im Trog und fiel aus den Schwarten. Da war Ungutes im Spiel! Der Peetsch lief zum Egger auf dem Russ. Der riet ihm, den Futtertrog auszubrennen und in die Tränke ein glühendes Eisen hineinzustecken.
Dann werde einer kommen, der etwas entlehnen wolle. Aber er solle diesem ja nichts aushändigen. Peetsch brannte den Futtertrog noch am gleichen Abend aus und steckte in das Saufutter ein glühendes Eisen. Und schon kam einer gerannt, den Peetsch wohl kannte. Er kam zitternd in den Gaden und wollte sich eine Hacke ausleihen. Doch Peetsch gab ihm die Haue nicht. Von Stund an fing die Sau zu fressen an und gedieh bis im Christmonat so, dass er sie zur Metzg bringen konnte.
Aus: P. Keckeis, M. Waibel, Sagen der Schweiz. Bern, Zürich 1986
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch