Erdmännchen verfolgt Mädchen
Die Erdmännchen sind nicht alle einer Art. Es gibt auch böse, welche mehr Unheil als Gutes stiften. Solche böse Erdmännchen wohnten ehedem in der Furrenfluh bei Guttannen an der Grimselstrasse. Sie stahlen Kinder, stellten schönen Mädchen nach und schlossen sie in ihre Höhlen ein, dass sie nimmer zu den Ihrigen zurückkonnten. Einmal bekam dies aber einem Erdmännchen schlecht. Auf der Verfolgung eines Mädchens aus Guttannen begriffen, wurde dasselbe von dem herbeieilenden Liebhaber derb gezüchtigt, und als es jammernd um Schonung schrie, mit dem dort einheimischen Sprichworte: Selbthan, Selbhan (selber than, selber Schaden z'han) spöttisch abgefertigt. Von jener Zeit an blieb diesem Erdmännchen der Spottname «Selbhan». Vermutlich waren aber die Erdmännchen in jener Gegend von Anfang an nicht so bös, sie müssen es erst später geworden sein.
Aus: P. Keckeis, M. Waibel, Sagen der Schweiz. Bern, Zürich 1986
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch