Die Erdmännchen von Bussnang
Wenn die Schnitter im heissen Sommer sich zur Mittagsruhe legen, schleichen zweispannenlange Erdmännchen aus einer Felsspalte. Von weitem lauschen sie, ob auch alles schlafe. Dann trippeln sie herbei und stellen einen Silbernapf samt silbernen Löffeln, Messern und Gäbelein ins grüne Feld und schleichen sich wieder fort. Erwachen dann die Schnitter, so greifen sie zu und essen. Zuweilen finden sie sogar Wein in hübschen Bechern daneben gestellt. Sobald sie nach der Mahlzeit noch ein wenig nicken, heben die Erdmännchen Wasser, Napf und alles wieder und schlüpfen in die Felsspalte.
Einst schnitt ein Knecht das Gras. Die kleinen stellten ihm ein Gericht hin. Als er gegessen hatte, nahm er das Besteck samt dem silbernen Teller zu sich und trug es nach Hause. Als nun die Erdmännchen nichts mehr fanden, schieden sie von dem Ort.
Quelle: A. Oberholzer, Thurgauer Sagen, Frauenfeld 1912
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch