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Die Stiftung für Märchen und Erzählkultur

Die geheimen Schätze in der Burg Balm

Land: Schweiz
Kanton: Solothurn
Kategorie: Sage


​​Am Fuss der Balmfluh stand einst die Burg Balm. Sie war fest in den Felsen gebaut und nur auf einen schmalen Stufenweg zu erreichen. Heute ist von der grossen Burg nur noch eine Ruine übrig, aber man erzählt sich, dass im Felsen noch viele Schätze verborgen sind. Schon mancher Schatzgräber haben es schon versucht. Sie schlichen sich nachts in die Felsenburg und gruben nach verborgenen Schätzen. Nicht lange, da fanden sie Gold und Silber und machten sich glücklich auf den Heimweg. Doch als sie am nächsten Tag erwachten, was mussten sie sehen? Das Gold und Silber war zu faulem Holz geworden. An manchen Tagen erscheint eine weisse Frau und trägt Gold und Edelsteine ans Licht, um sie zu sonnen. Aber wehe dem, der versucht, sie ihr zu stehlen! Der stürzt rückwärts den Felsen hinunter. Nur wer ein besonderes Pulver hat und es auf die Schätze streut, kann das Gold mit nach Hause nehmen und wird reich ein Leben lang.

Fassung Djamila Jaenike, nach: C. Kohlrusch, Schweizerisches Sagenbuch, Leipzig 1854 und anderen Quellen, © Mutabor Verlag, Foto: Lysander Jaenike