Das Nachtfüllen
In Mels kannte man und kennt noch das Nachtfüllen, das von Plons hinauf bis zum Schützenhause wandert, aber nicht aufsitzen lässt, sondern Wandernden aufsitzt und sie müde reitet. Im Riet, gegen den Rhein hinaus, ist ein anderes, das kann man reiten; aber es fuhr mit einigen, die dies versucht, wie der Blitz in die Nacht hinaus, so dass sie sich, als es "lüterlete", im Lichtensteinischen auf einer Scheiterbeige befanden und beinahe als Nachtschwärmer eingesteckt worden wären. Noch andere Melser, die von der "Stubeti" heimkehrten, fanden sich plötzlich unter lauter Nachtrossen, wurden aber bald tüchtig abgeworfen, worauf die mutwilligen Tiere auf und davon stoben.
Dr. Henne Am Rhyn, Deutsche Volkssage.
Quelle: Sagen des Kantons St. Gallen, Jakob Kuoni, St. Gallen 1903, Nr. 284, S. 157f
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.