Das Kirchenfähnlein
Das Kirchenfähnlein
Im Jahre 911 soll er Bischof Salomon von Konstanz von den alemannischen Grafen vertrieben worden sein. Man sagt, dass er im Fischenthal eine Zuflucht gefunden und dort eine Kirche gebaut habe.
Gerade achthundert Jahre später konnten die Fischenthaler ihre Kirche vergrössern und frisch herunterputzen. Alles ging flott von statten, und innert kürzester Zeit war der Kirchbau beendet. Nur die Fahne auf dem Turm fehlte noch. Es war aber der Brauch und für den Baumeister eine Ehrensache, das Fähnlein selber auf die Turmspitze zu stecken. Nun hatte aber der Baumeister einen Sohn, noch nicht zwanzig Jahre alt. Der konnte es erzwängen, die Fahne aufzustecken. Der Vater machte ihm alle Vorstellungen, aber der Junge nahm die Fahne und kletterte zuoberst auf den Turm, wo er sie nur noch in das Loch senken und anschrauben musste. Als der Bub oben angelangt war, rief er mit zitternder Stimme: „ Vater, in welches der drei Löcher muss ich die Fahne stecken?“ „Helf dir Gott!“ rief der Vater bebend, denn er wusste nur von einem Loch. Im selben Augenblick verliess die Besinnung den Knaben ganz und er fiel herab.
Quelle: K. W. Glaettli, Zürcher Sagen 1970, Oberland
Lüssi‚ F, S. 37.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.