Der Bündeli-Bauer
Der Bündeli-Bauer
In Wil bei Uster wohnte einst der Bündeli-Bauer. Das war einer! Der verstand das Zaubern, Bannen und Geisterprüfen. Dem hätte es kein Scharfrichter nachgemacht. Vor Dieben und dergleichen war der lange sicher; dem konnte niemand was stehlen.
Einmal habe eine Hexe gemacht, dass er mit einem Fuder Heu auf ebenem Weg stecken geblieben sei und er den Wagen weder vorwärts noch rückwärts bewegen konnte. Da lachte der Bündeli-Bauer nur, gebot den Knechten aber ernstlich, dass sie nicht fluchten sollten, ging dreimal um das Fuder herum und sagte dann zum Fahrknecht: „Jetzt hü i Gotts Name!“ Da ging’s wieder, und lustig zogen die Pferde den Wagen fort, als wäre er leer. Ja, der Bündeli-Bauer, der hat mehr können als nur Brot essen.
Quelle: K. W. Glaettli, Zürcher Sagen 1970, Oberland
Nach Stutz, S. 36 mit unbedeutenden stilistischen Änderungen. Über B. gibt das Id. keine erschöpfende Auskunft. - Das Ende des „Bstellens“ bewirkt der Bsteller mit „lo goo“.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.