Marchenverrücker (Zürich)
Marchenverrücker
Die alte Frau Trüb im Riedtli schritt einmal spätabends vom Galgenacher heimzu. Da erblickte sie auf einer Wiese eine Gestalt, die langsam hin und her ging. Sie erkannte in ihr den alten Kunz von Itzikon, der schon seit längerer Zeit verstorben war. Auf dem Grundstück, wo er einst die Marchen versetzt hatte, schritt er nun langsam die Grenzscheide ab. Sie näherte sich ihm und sprach ihn an. In diesem Augenblick verschwand er.
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Marchenverrücker „chömed ume“ und müssen nach ihrem Tode die strittigen Grenzlinien abschreiten oder gar die Steine an den richtigen Ort setzen. Sie bekommen überdies einen schwarzen Rachen.
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Trüllmeister-Rösi erzählte von einem Marchenfrevler, der nach seinem Tode ständig am Tatort „Heulen“ bei Herschmettlen umging.
Quelle: K. W. Glaettli, Zürcher Sagen 1970, Oberland
Aus Jakob Zollingers „Herschmettlerchronik“.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.