Der Schatz auf der Ofengüpf
Der Schatz auf der Ofengüpf
Ofengüpf heisst der Hügel, auf dem seinerzeit die Burg der Freiherren von Sellenbüren stand. In diesem Hügel liegt ein Schatz vergraben. Leider ist dieser Schatz gebannt. Schon mancher versuchte, ihn zu heben, aber noch keinem gelang es. Sobald nämlich der Schatzgräber auf die Schatzkiste stösst, fährt ein schwarzer „Zottelhund“ aus dem Boden und glotzt ihn böse an. Es gibt kein Mittel, diesen Hund zu vertreiben. Es ist nämlich der Böölimann. Weder Hühnerblut noch Johannissegen bringen ihn zum Verschwinden. Wer nicht weidlich die Ofengüpf verlässt, wenn der Hund zu murren beginnt, um den ist es geschehen.
Quelle: K. W. Glaettli, Zürcher Sagen 1970, Knonauer Amt
Nach Baur, Nr. 5. Zu „Böölimann“ vgl. Id. 4, 272; mhd. bolen = rollen, wälzen, schleudern. Entsprechende Namen für den polternden Hausgeist sind holl. bull(er)mann, nhd. „Rumpelstilz“. - Die Gestalt dieses neben Chlungerin, Haaggenmann und Booz allgemeinsten schweizerischen Landesgespenstes ist in der Volksphantasie nicht scharf umrissen.
siehe auch: "Der goldene Pflug"
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.