Erzählen
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Die Stiftung für Märchen und Erzählkultur

Die Meerfräulein

Land: Schweiz
Kanton: St. Gallen
Kategorie: Sage

Im Wintersberg steht heute noch ein Häuschen, da wollten drei Männer einen Schatz gewinnen. Drei Meerfräulein sollten ihnen denselben bringen, wenn sie drei Nächte hindurch wachten, jeder in einem besondern Raum. Keiner durfte ein Wörtlein reden, keiner ein Licht brennen. Das Essen musste ihnen durchs Fenster gereicht werden; aber kein Krümlein durfte vom Tische fallen.

Die erste und zweite Nacht waren glücklich vorübergegangen. In der dritten kamen die Fräulein schon zur "Spinni" und liessen ganze Haufen des Goldes blicken, das nun bald in den Besitz der glücklichen Männer übergehen sollte. Da tat einer vor Erstaunen den Mund auf — und fort war alles.                               
N. Tobler.

Das Toggenburg darf stolz drauf sein, im Wintersberg einen Meerhafen besessen zu haben.                   

Quelle: Sagen des Kantons St. Gallen, Jakob Kuoni, St. Gallen 1903, Nr. 436, S. 257

Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.