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Die Stiftung für Märchen und Erzählkultur

Von der Spräggelenacht

Land: Schweiz
Kanton: Zürich
Region: Knonaueramt
Kategorie: Sage

Von der Spräggelenacht

In Knonau wurde jeweilen am zweitletzten Freitag vor Weihnachten die Spräggelennacht abgehalten. Einer alten Sage zufolge sollen sich in jener Nacht Geister herumgetrieben haben. So seien die Geister von zwei alten Jungfern, welche ihren Liebhabern untreu geworden waren, in der Kirchmatte herumgehüpft. Sie sollen sich einmal in die Kirche gewagt haben, als der Sigrist zum Läuten ging.

Ein Dämon vorwiegend bösartiger Natur war die Sträggele oder Spräggele‚ die durch das Spräggelen-Jagen verscheucht werden sollte.

In der gleichen Nacht soll jedes Jahr ein Mann, der Marchsteine versetzt hatte, mit einer Hacke in der einen und mit einer Laterne in der anderen Hand, nachts 12 Uhr durch die Schlossmatte geschritten sein.

Quelle: K. W. Glaettli, Zürcher Sagen 1970, Knonauer Amt
Stauber, Sitten und Bräuche im Kanton Zürich 2, 119, wörtlich, aber aus der Beschreibung der „Spräggelennacht“ herausgelöst. Die Hauptfigur der Spräggelennacht ist die „Schnabelgeiss“. Ihre Beschreibung siehe bei Stauber, am gleichen Orte. Über die Begleitung der „Schnabelgeiss“ siehe auch Geschichte der Gemeinde Obfelden, S. 501, 502 (von Hemmig). Vgl. ferner Id. 11, 2152 s. v. Sträggele (Wanner).

Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.