Das Füchslein im Ebnet
Dem Besitzer des Ebnet zu Sisikon raubte ein Fuchs die schönsten Lämmchen und Zicklein. Wohl lauerte er ihm auf, aber nie bekam er den Schläuling vor die Büchse. Endlich liess er sich von seinem Bruder in einem Heubündel in das Gädemli tragen, wo er dem Tier lotzen wollte, worauf der Träger das Gädemli wieder verliess. Der Fuchs kam während der Nacht und stand auf dem Miststock und äugelte gegen das Heutor hinauf; der Bauer streckte das Büchsenrohr durch eine kleine Öffnung hinaus und wollte abdrücken. Da begann der Fuchs zu reden und rief: »Tuä du nitt schiässä, dä bisch au mängisch zuä-mmer z'Dorf chu.« Darauf machte er sich davon, ohne vom Bauer beschossen zu werden, und liess sich nie mehr merken.
J.J. Huber, 80 J. alt, alter Napolitäner
Quelle: Müller, Josef: Sagen aus Uri 1-3. Bd. 1-2 ed. Hanns Bächtold-Stäubli; Bd. 3 ed. Robert Wildhaber. Basel: G. Krebs, 1926, 1929, 1945
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.