Der Schatz zu Äsch
a) Der alte Biäl-Leni-Chaspi von Unterschächen hat oft behauptet, unter dem Kapellchen zu Äsch wäre Geld genug verlochet. Ein fahrender Schüler habe geoffenbart, an diesem Platze seien drei Häfen voll Gold unter dem Erdboden. Ihrer einige machten sich einst an die Arbeit, sie zu heben. Als sie auf den ersten Hafen stiessen, sass etwas Wüstes darauf, und es graute ihnen so, dass sie ihre Instrumente wegwarfen und davonliefen. Es sei – Gott b'hiät-is davor – der lebendige Teufel gewesen, den sie gesehen. Später wurde dann das Kapellchen auf dieser Stelle gebaut.
Josef Maria Arnold, Unterschächen
b) Dort, wo das Wasser des Stäuben zu Äsch den Boden erreicht, ist in drei Kisten ein grosser Schatz vergraben. Ihrer drei Frechlinge bemühten sich, ihn zu gewinnen. Sie leiteten das Wasser ab und gruben. Als eine Kiste zum Vorschein kam, fingen sie an zu streiten, denn jeder beanspruchte sie. Da flog ein schwarzer Vogel über ihnen durch die Lüfte, und das Wasser kam und vertrieb sie.
Karl Brücker, 72 J. alt, Bürglen
Quelle: Müller, Josef: Sagen aus Uri 1-3. Bd. 1-2 ed. Hanns Bächtold-Stäubli; Bd. 3 ed. Robert Wildhaber. Basel: G. Krebs, 1926, 1929, 1945
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.