Der Reiter im Guggenbühl
Der Reiter im Guggenbühl
Als im Kriegsjahr 1799 die Franzosen in unserer Gegend lagen, wurde im Guggenbühlwald viel Holz gestohlen, ohne dass man ausfindig machen konnte, wer der Schelm sei. Die Besetzungszeit ging vorüber, und die Franzosen versammelten sich nach und nach zu den Vätern.
Doch mit einem Mal fing es im Guggenbühlwald an zu spuken. Holzfrevler machten Bekanntschaft mit einem unheimlichen, rotglühenden französischen Reiter, der sich im Walde umtreibt. Er taucht immer im Westen auf, fliegt am Holzdieb vorbei und verschwindet im Osten. Denkt der Frevler, die Gefahr sei nun vorbei und will er sich weiter wagen, ist das Gespenst schon wieder da. Das tut es so oft, bis der Frevler in sich geht und umkehrt. Es ist nämlich die verfluchte Seele jenes Holzdiebes, den man während der Einquartierung nicht feststellen konnte Sie muss bis in alle Ewigkeit jede Nacht zur Strafe das Holz im Guggenbühl bewachen und vor Holzdieben beschützen.
Quelle: K. W. Glaettli, Zürcher Sagen 1970, Limmattal
Aus den „Sagen aus dem Limmattal“. Quellen sind dort nicht angegeben. Laut Vorbemerkung wurden die Sagen durch Sekundarlehrer K. Klenk „durch Schulaufsätze“ gesammelt.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.