Die Wetterhexe beim Pfaffensprung und am Schnürstock
Wenn sich allemal das Hexli auf dem Hubel beim Pfaffensprung mit seinem grossen, mächtigen Hut habe blicken lassen, dann habe man sich auf schlechtes Wetter gefasst machen können, haben alte Leute oft gesagt.
Christina Exer, und a.
Auch auf dem Schnürstock südlich am Geissberg scheint eine Wetterhexe gehaust zu haben. Wenn sich dort ein Wetter zusammenballte, lief allemal der Toni-Hänsi zu Richligen schnell zur Kapelle Maria Hilf und läutete, und dann verzog sich das Unwetter, und Hänsi meinte dann schmunzelnd: »I hann-ärä wider einisch vertha, der Schnüersteckleri!« (19. Jahrhundert).
Jos. Gamma
Anmerkung: Die einen behaupten, man habe es einige Tage vorher, die andern, man habe es grad vor dem Losbruch der beiden Lawinen jauchzen gehört. Beide Lawinen brachen im gleichen Augenblick los, als man in der Kirche angefangen hatte, zum Gottesdienst zu läuten.
Quelle: Müller, Josef: Sagen aus Uri 1-3. Bd. 1-2 ed. Hanns Bächtold-Stäubli; Bd. 3 ed. Robert Wildhaber. Basel: G. Krebs, 1926, 1929, 1945
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.