Die Hexe und die Süffi
Auf Obsaum kam eines Tages eine unbekannte Bettlerin in die Alphütte und heischte Süffi; und zwar hielt sie ihre Fürscheibe hin und wünschte, dass man ihr die Süffi da hinein schütte. Kopfschüttelnd tat man das, und die Bettlerin verliess mit der Flüssigkeit in der Schürze die Alp, ohne dass auch nur ein Tropfen ausgeronnen wäre. Sobald sie jedoch auf die »Herti« hinaus kam, leerte sie die Süffi auf den Erdboden aus. Aber, ach! wiä syg das dersälb Abed chu haglä! »Aber das säg-i-n-i scho, ich hätt dem Wybervelchli kei Süffi ggä, das hätt miär z'wenig güet gfallä.«
Theresia Gisler, 73 Jahre alt, Spiringen
Quelle: Müller, Josef: Sagen aus Uri 1-3. Bd. 1-2 ed. Hanns Bächtold-Stäubli; Bd. 3 ed. Robert Wildhaber. Basel: G. Krebs, 1926, 1929, 1945
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.