Die Hüntwanger Linde
Die Hüntwanger Linde
Unter den Bewohnern des Rafzerfeldes ist eine Weissagung bekannt, nach welcher dann, wenn an einer gewissen Linde der Stamm so dick sei wie ein Maltersack, im Rafzerfeld die letzte Völkerschlacht geschlagen werde. Dabei würden die Krieger bis zu den Knöcheln im Blute waten und nur noch so viele übrig bleiben, als unter einer Wanne Platz hätten. Diese paar Soldaten würden dann ihre Waffen an den Lindenästen aufhängen, und nachher schliesse man einen ewigen Frieden.
Quelle: K. W. Glaettli, Zürcher Sagen 1970, Unterland
Gekürzt aus Hedinger, S. 8; dieser nach persönlichen Mitteilungen an ihn selbst, die auch Binder, S. 28, verwendete. Als diesbezügliche Linde wird diejenige beim Dorfeingang von Hüntwangen bezeichnet. - Ein Maltersack fasste rund 220 kg. Die Wanne ist ein geflochtene, flaches Gerät von etwa 1 m Durchmesser, das man zum Aufschütten von Getreide und vielen anderen Arbeiten brauchte.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.