Die Mondfänger
Die Mondfänger
Die Flurlinger wollten einst den Mond fangen. Zu diesem Zweck nahmen sie eine gut verschliessbare Gelte und füllten sie mit Wasser. Als in einer hellen Mondnacht sich das bleiche Gestirn voll in der Gelte spiegelte, deckten sie diese weidlich zu, in der Meinung, den Mond darin gefangen zu haben. Sie trugen die Gelte nach Hause, wo sie den Gefangenen herausnehmen und betrachten wollten. Aber als sie den Deckel abhoben, war der Mond verschwunden. - Für den Spott brauchten sie allerdings nicht zu sorgen, Man nennt sie seither Mondfänger.
Quelle: K. W. Glaettli, Zürcher Sagen 1970, Winterthur und Weinland
SAVk 2, 34. Vgl. „Wildsäue“ und die Anmerkung dazu.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.