Der frevle Spötter
Als die Eidgenossen mit wilder Kraft das Heer der beutegierigen Österreicher am Engpass am Morgarten in die wilde Flucht geschlagen, sprang ein Ritter mit seinem Streitross in die Fluten des Ägerisees und das gute Tier trug ihn gegen die heutige Naas ans jenseitige Ufer. Wie das Pferd festen Boden unter sich spürte, wurde der Reiter übermütig und in frevlem Hohngelächter rief er gen Himmel die stolzen Worte: Nun bin ich entkommen, sei es Gott lieb oder leid! Kaum war das übermütige Wort seinen noch schreckensbleichen Lippen entronnen, als das Pferd sich aufbäumte und den festen Halt verlor. Im gurgelnden Wasser des Ägerisees ertranken Ross und Mann.
Quelle: Hans Koch, Zuger Sagen und Legenden, Zug 1955, S. 39
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.