Die Begegnung im Äschäwald
Drei Wassener Burschen nahmen vor etwa 5 Jahren an einem Ski-Abend in Wyler Anteil. – Das ist denn aber eine wahre Geschichte! – So um Mitternacht machten sie sich auf den Heimweg. Zwei gingen selbander voraus, einer folgte. Im Äschäwald begegneten den Ersteren zwei Personen, eine Frau und ein Mann; aber an keinem der beiden war ein Kopf zu sehen. Sie gingen an einander vorbei, die zwei Wassener und die zwei Geister. Bald begegneten die zwei Kopflosen auch dem allein wandernden Gespanen und marschierten an ihm vorüber. Nach einiger Zeit aber merkte er, dass sie ihm folgten. Im Äschäwald b'stellte es ihn plötzlich. Eine ganze Länge konnte er nicht mehr weiter; rings um ihn polterte und rumpelte es entsetzlich. Endlich liess es ihn los. Als er in Wassen ankam, war er durch und durch in Schweiss gebadet.
Emil Baumann-Muther, 35 J. alt, Wassen
Quelle: Müller, Josef: Sagen aus Uri 1-3. Bd. 1-2 ed. Hanns Bächtold-Stäubli; Bd. 3 ed. Robert Wildhaber. Basel: G. Krebs, 1926, 1929, 1945
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.