Mädchen kündet seinen Tod
Josef Maria Tresch in Bristen, genannt der »schwarz Tresch«, begab sich eines Abends auf Besuch zu seiner Liebsten. Auf einmal hört er jemand daherkommen; rasch versteckt er sich hinter einer Tanne, um die Person heimlich zu beobachten. Es ist sein Schatz, der talaus wandert. Trotzdem strebt Tresch seinem Ziele zu und findet zu seinem nicht geringen Staunen die Geliebte zu Hause. Das kommt ihm unheimlich vor, und bald geht er wieder heim. Einige Wochen später ist das Mädchen beim Wildheuen erdrohlet.
An jenem Abend sei auch der Pfarrer von Silenen auf dem Friedhof spaziert und habe das Mädchen zwischen den Gräbern stehen gesehen. Als er sich erkundigte, ergab es sich, dass es gar nicht auf dem Friedhof gewesen.
David Imhof, Seedorf, u.a.
Quelle: Müller, Josef: Sagen aus Uri 1-3. Bd. 1-2 ed. Hanns Bächtold-Stäubli; Bd. 3 ed. Robert Wildhaber. Basel: G. Krebs, 1926, 1929, 1945
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.