Ein Brand kündigt sich
Im Hause in der Hostet (Helgossingen) zu Spiringen musste ein Maitschi öfters in Abwesenheit der Eltern die kleinern Geschwister hüten. Eines Abends aber sagte es zur Mutter: »Mutter, ich darf nicht mehr gaumen. Ich habe heute etwas gesehen. Ich sass auf der Bank und strickte an einem Strumpf. Da auf einmal sah ich eine grobe breite Männerhand, fast wie die des Vaters, auf der Bank. Es machte den Anschein, als ob sie jemand unter der Bank herauf strecken würde.« Nach einiger Zeit verbrannte das Haus, und als es in hellen Flammen stand, wollten mehrere Personen zwei Menschen gesehen haben in der Stube am Tische sitzen. Jenes Mädchen aber und ein älteres kamen in ihrer Schlafkammer in den Flammen um. Viele Leute behaupten, es habe völlig sein müssen, dass das Haus verbrannte.
Alois Imhof
Quelle: Müller, Josef: Sagen aus Uri 1-3. Bd. 1-2 ed. Hanns Bächtold-Stäubli; Bd. 3 ed. Robert Wildhaber. Basel: G. Krebs, 1926, 1929, 1945
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.