Z' Spettlä tüet nië güet
Dass es in einer Hütte der Alp Stössi geistete, das wusste jedermann im Maderanertal. Als einst zwei Bristnermännlein diese Hütte betraten, da fing der eine von ihnen an, über das Gespenst zu spotten und ihm auszubieten und über die abergläubischen Narren zu lachen, die solche Dinge glauben. Ja, er ergriff sogar einen Stein und warf ihn mit höhnischem Gelächter gegen die zahlreichen Schwimmlig (Pilze), die den Boden der Hütte überwucherten. Aber wohl, mit dem isch änanderänah üsa! Ä b'hiët-is, wië isch der zur Hittä-n-üss chu! G'scheh isch-em nyt wytters, aber ä par Tägg hed-er düä doch nu chennä-n-ä g'schwullnä Grind ummäträgä.
»Das isch de scho wahr«, beteuert mein Gewährsmann, »das hätt d'r Byni nitt g'logä, und der het's g'seh und het's miër sälber v'rzellt.« Und ein Zuhörer meint: »Äs cha sy wië nitt; aber z'spettlä tüet nië güet, das isch äs Alt's.«
Albin Gnos, Maderanertal, 70 J. alt.
Quelle: Müller, Josef: Sagen aus Uri 1-3. Bd. 1-2 ed. Hanns Bächtold-Stäubli; Bd. 3 ed. Robert Wildhaber. Basel: G. Krebs, 1926, 1929, 1945
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.