Die gestörte Leiche
In der Stube eines niedrigen Hauses auf der »Höhe« unter Wassen lag die Leiche einer Frau auf der Bank nahe beim Fenster und die Wacherinnen waren bei ihrem eintönigen Gebet eingeschlafen. Das merkte ein frecher Gurtneller, der soeben nachts da vorbeigehen wollte; er nahm seinen Stock, steckte ihn durch das offene Fenster hinein und versuchte, die Leiche auf den Stubenboden hinaus zu stürzen. Doch gelang es ihm nicht. Auf der Pfaffensprungbrücke begegnete ihm das Weibervolk und sagte zu ihm: »Hättisch dü mich dobä-n-appägstitzt, sä hätt-ich Gwalt, dich hiä i ds Tobel appä z'stitzä!«
Peter Anton und Jos. Gamma
Quelle: Müller, Josef: Sagen aus Uri 1-3. Bd. 1-2 ed. Hanns Bächtold-Stäubli; Bd. 3 ed. Robert Wildhaber. Basel: G. Krebs, 1926, 1929, 1945
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.