Das Gespenst im Äschäwald
Mehrere (zwar nicht einwandfreie) Zeugen stehen dafür ein, dass ein Gespenst oder eine arme Seele in Gestalt eines schwarzgekleideten und schwarzverschleierten Weibervolkes öfters zu nächtlicher Zeit laut schreiend den Fussgängern von der Sürytti durch den Äschäwald bis zur Stall-Eggen im Wyler nachfolgt. Angeredet, gibt es keine Antwort. Einmal gesellte es sich sogar zu einer Frau in der Sürytti ins Bett und blieb bei ihr, bis die frische Morgenluft von Wassen her den ersten Schall der Betglocke in die Schlafkammer wehte.
1928, Johann Dittli, 27 Jahre alt, Wyler
Quelle: Müller, Josef: Sagen aus Uri 1-3. Bd. 1-2 ed. Hanns Bächtold-Stäubli; Bd. 3 ed. Robert Wildhaber. Basel: G. Krebs, 1926, 1929, 1945
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.