Die armen Seelen und die Feuerbrände
In einer Alp des Reusstales waren sie am Abfahren. Da sagten jene, die mit den Kühen davon gingen, zum Senn, der noch zum letzten Mal erwellte, er solle dann zuletzt nicht alle Scheiter ablöschen, sondern noch einige Brände für die armen Seelen übriglassen. Das tat er denn auch. Einige Zeit nachher stiegen sie nochmals zur Alp hinauf, um den Mist anzulegen. Als sie zur Hüttentüre hineinschauten, bemerkten sie eine Anzahl arme Seelen, die um das Feuerloch herumsassen, worinnen die Feuerbrände noch schwach glimmten. – Das het alligs diä alt Karlinä, my Schwigermüetter, erzellt.
Frau Baumann-Gisler, Gurtnellen, 62 Jahre alt.
Quelle: Müller, Josef: Sagen aus Uri 1-3. Bd. 1-2 ed. Hanns Bächtold-Stäubli; Bd. 3 ed. Robert Wildhaber. Basel: G. Krebs, 1926, 1929, 1945
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.