Der Geist im Schlösslein Beroldingen
Im Dachraum des Schlössleins zu Beroldingen, in einem besonderen Gemach, das die Einwohner nicht betreten dürfen und worinnen sie auch nichts aufbewahren können, wohnt ein Geist. Von Zeit zu Zeit macht er einen nächtlichen Marsch über Bauen und Isental in die Alp Baberg und in der nächstfolgenden Nacht zurück nach Beroldingen. Er trägt Bauernkleidung, zwilchene Hosen, ein weisses Hirthemd, am Hosengurt eine kleine Schelle und ist von stattlicher Grösse. Das Schelleli hängt an einer kleinen, weithin schimmernden Kette etwas gegen die linke Seite, und man hört es recht weit.
Johann Aschwanden, Seelisberg
Quelle: Müller, Josef: Sagen aus Uri 1-3. Bd. 1-2 ed. Hanns Bächtold-Stäubli; Bd. 3 ed. Robert Wildhaber. Basel: G. Krebs, 1926, 1929, 1945
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.