Erzählen
wirkt Wunder

Die Stiftung für Märchen und Erzählkultur

Alti Brüch

Land: Schweiz
Kanton: Bern
Kategorie: Sage

Alti Brüch

Es Chalb, wo am Mittwuche jung isch, tuet nid guet. Aber mi cha däm wehre; mi hout ihm öppis vom Ohr ab, bängglet’s furt u seit: „Do hesch di Sach!“

Nom Chalbere het men albe em Chalbeli öppis von ere Chlaue abghöie, het’s hinger d’Stallstüre bängglet u gseit: „Das ghört em Mittwuche!“

Das Büschel Haar und die Abschnitte vom Huf stellen allerdings ein wertloses Opfer dar; aber die Volkskunde zeigt uns, wie im Verlaufe der Zeit der Wert der Opfergabe stets zurückging und am Ende Dinge als Opfer galten, die für den Menschen wertlos waren.

Der Mittwoch war Wodans Tag; steht das Opfer vielleicht mit dem alten Gott der Germanen in Beziehung?

Eine ähnliche Handlung wie an den Kälbern wird an Lämmern vollzogen; ein Schüler berichtete mir: „Dr Schofhirt het em Vater gseit, we me de Lämmli dr Schwanz abhaui, nähm se ke Vogel.“

M. Sooder, Sagen aus Rohrbach, Huttwil 1929

 

Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.