Erzählen
wirkt Wunder

Die Stiftung für Märchen und Erzählkultur

Unger dr Walkibrügg

Land: Schweiz
Kanton: Bern
Kategorie: Sage

Unger dr Walkibrügg

Im einesiebezgi sin e ganzi Chuppele Franzosen i dr alte Zähntschür iquartiert gsi. Sälb Rung het me d’Walkibrügg abgschrlsse, u d’Franzose, wo se gmacht hei, hei hiedüre zum erschte Mol Zimänt brucht. Ime Hus i dr Nöhi si sälb Chehr zweu alti Lütli gsi. Die heige zsäme gseit, unger dr Brügg sige gwüss au Geischter; die heige jetz‚ wo me d’Brügg furtnähm, au ke Schärmen u kes Dach meh. He, öppen eim wette sie gwüss i ihrem Hüsli Ungerschlauf gä, we’s emel e guete Geischt wär.

Aber sie wäre sie bal reuig worde. I dr Nacht druf isch e Geischt cho. Im Hüsli het’s grampolet u polderet; sie hei e kes Aug voll chönne schlofe. Eso isch’s ei Nacht um die anger gange. Mängisch het’s ungerem Ofe gmacht: „Glugg, glugg, glugg!“, Grad, wie wen ungerem Ofe e Gluggere wär gsi.

Ändtlige isch d’Brügg fertig gsi. Du isch dr Geischt ungheisse furt. Sider het me i däm Hüsli nie meh öppis Unguets gmerkt.

M. Sooder, Sagen aus Rohrbach, Huttwil 1929

 

Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.