Dr Urispiegel u dr Tüfel
Die Ursprünge des Zauberglaubens führen in die heidnische Vorzeit zurück. Die Gestalt des Teufels hingegen, wie der Volksglaube ihn zeichnet, tritt eigentlich erst nach der Einführung des Christentums in Erscheinung. Sein Name, entlehnt aus dem Griechischen, diabolus der Verleumder, drang allerdings schon früh in die deutsche Sprache ein. Der Glaube erklärte bisher das Böse als die Wirkung vieler schädigender Geister, finsterer Dämonen oder verschiedener rätselvoller Mächte, die dem Menschen um so furchtbarer schienen, je weniger er ihr Wesen durchschaute. In die alten Überlieferungen fügt sich nun die neue Gestalt des Teufels ein, als Inbegriff und Quelle alles Bösen; während der Zeit der Hexenverfolgungen tritt sie besonders in den Vordergrund menschlichen Interesses.
Dr Urispiegel u dr Tüfel
Vom Urispiegel rede d’Lüt no hie u do. „Wie me’s tribt, so lauft’s“ heig er albe gseit u: „Äs hasset mi alls; aber i tue derno.“
Einisch heig er mit em Tüfel es Gwett gmacht, är mög schwerer träge. Derno si sie ine Wald cho. Am Wäg si Trämel gläge. Dr Tüfel het eine ufgno. Aber dr Urispiegel isch uf de Trämel desume glüffe u het gseit, die sigen ihm z’chli; selig bruch er für ne Wid. Dr Tüfel het das glaubt u ’s Gwett verspielts gä.
M. Sooder, Sagen aus Rohrbach, Huttwil 1929
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.