Unghüürig
Unghüürig
Imene Wald sige noch binenangere drei Tanzplätz gsi, wo si albe die junge Lüt gchuppelet heigi. E Giger heig Bricht ubercho, är soll de denn u denn uf em Tanzplatz si. Aber är sig e chli später, weder dass er hätti sölle, ungerwägs gsi. Scho vo witems heig er ghört, gigen u holeie. Aber am erschten Ort sig nüt gsi.
Du gang er witersch u ghöri ume Gigen u Jutze; aber wie-n-er am Ort sig, sig au do alls lär gsi. Du heig er si afo förchte; fascht heig er nümme zrugg dörfe.
Über die heimlichen Tänze des 17. und 18. Jahrhunderts berichten uns die Chorgerichtsmanuale recht viel; aber über bestimmte Dinge, über Lied und Tanz, wie er als Gebärde in Erscheinung trat, schweigen sie sich völlig aus. Wir wissen aber, dass der alte Tanz vielfach langsam und gemessen war; Lieder, von den Tanzenden selber gesungen, wurden „getreten“ oder „gegangen“; andere wurden „gesprungen“. Darum gebrauchen die Manuale hie und da neben den Namen „Nachttanz“, „Räbeltanz“ oder „Kilttanz“ (= Abendtanz) den Ausdruck „Springet“.
M. Sooder, Sagen aus Rohrbach, Huttwil 1929
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.