Spukende Katze - Hägglingen
Leute zu Hägglingen im Freienamte hatten bei einem Zauberer erfahren, mit welcherlei Mitteln man einem Schatz beikommen könne, von dessen Vorhandensein man in jenem Dorfe schon längst erzählt hatte. Sie verschafften sich daher eine schwarze Katze, die weder an der Schwanzspitze, noch an der Brust ein weisses Härchen hatte, schlugen ihr unter genauer Beobachtung verschiedenartiger Bräuche den Kopf ab, steckten diesen auf eine Stange und begaben sich damit um Mitternacht zur Stelle, wo der Schatz liegen sollte. Alle hatten sich ein fortgesetztes Stillschweigen gelobt und so gruben sie drauf los. Da wurde aber demjenigen, der die Stange mit dem Katzenkopf zu halten hatte, dieselbe wegen ihrer Länge beim Graben hinderlich, und er theilte seinen vernünftigen Gedanken, sie abzusägen, in aller Kürze dem Nachbar mit. „Hol ä'Säge“, sprach er. Nach diesem einzigen Wörtlein blieb jedes fernere Arbeiten vergeblich. Noch findet sich auf einer Anhöhe bei Hägglingen ein Platz, welcher den Flurnamen trägt Katzenstelleli.
E. L. Rochholz, Schweizer Sagen aus dem Aargau, Band 2, Aarau 1856
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.