Handspur des Brünnlings in Meerenschwanden
Ein Meerenschwander Bauer verhöhnte einen brennendm Mann, den er nachts auf der Futterwiese traf, und rief ihm wiederholt zu: „Nimm mi, Brünnliger, nimm mi!“ Als letzterer alsbald anmarschierte, entsprang der Bauer ins Haus und verriegelte hinter sich die Thüre. Der Brennende aber griff mit den fünf Fingern seiner Hand sengend in das obere Thürblatt ein. Die Spuren davon sind so tief, dass die Kinder der Umgegend häufig ihre eigne Hand hineingelegt und ihre Spanne daran gemessen haben. Deshalb hat nun der Bauer ein Brettlein über den Brandfleck nageln lassen.
Es Büebli in Spreitenbach isch z Nacht us em Hus usse uf de Mist, will`s sini Hösline gäng het kehre müesse. Wos`s do ennet em Berg en brünnlige Ma gseht, rüeft`s: „Chum, brünnlige Ma, putz mer s Hinter!“ Aber do mag`s bloss z Tennsthor noch zueschletze, se isch dr Bünnlig scho am Tennsthor a und het es Loch durs Thüre dure brönnt mit de Fingere. Und do hänt selle Lüt s Loch gseh wie-n-es no fürig isch gsi, und hänt`s gschwind müesse go lösche.
E. L. Rochholz, Schweizer Sagen aus dem Aargau, Band 2, Aarau 1856
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch